17. Januar 2026
Zitat der Woche

Die Wirkung von Schule

Die AOK-Baden Württemberg (Allgemeine Ortskrankenkasse) forderte, “Gesundheit” als neues Schulfach einzuführen. Condorcet-Autor Alain Pichard ist gerührt.

Alain Pichard, Condorcet-Autor, Grossrat, Sekundarlehrer

Ich bin immer wieder gerührt, wenn ich höre, welche Wirkungsmacht gewisse Leute uns Lehrkräften und der Schule unterstellen. Meine Erfahrungen als Lehrer ist, dass die Wirkung von Schule begrenzt ist und die Schule sich überfordert, wenn sie Ziele verfolgt, die ausserhalb von Reichweite von Unterricht liegen. Wir können aus dicken Kindern keine dünnen machen. Wir können keine Gretas entwickeln, wir können keine gewaltfreien, friedliebenden, drogenabstinenten, toleranten und immer gesund lebenden Menschen “produzieren”. Und bezüglich Medienkompetenz scheitere ich schon als Vater. Bitte nicht weitersagen: Wir können derzeit nicht einmal mehr einen lebensrettenden Schwimmstil garantieren. Und wir es nicht einmal mehr schaffen, dass die austretenden Schülerinnen und Schüler richtig lesen und schreiben können, dann erodiert hier ein Fundament von Schule. Eine Schule die jeden Hasen jagt und keine Prioritäten zu setzen vermag, die einem gigantischen schwurbligen Kompetenzquark aufgesessen ist, verliert mit der Zeit ihre Existenzberechtigung.

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Das duale Prinzip kann nicht überschätzt werden

Marianne Wüthrich, ehemalige Berufsschullehrerin und Mitglied der Starken Volksschule Zürich und St. Gallen, kann den Aussagen von Professor Tobias Straumann in seinem Beitrag “Den Wert der Bildung nicht überschätzen” nicht vollumfänglich zustimmen.

Loblied aufs Mittelmass

Schweizer Schülerinnen und Schüler liegen über dem internationalen Durchschnitt, im Lesen allerdings nur ganz knapp. Ein Viertel versteht einen alltäglichen Text nicht. Das sagt die PISA-Studie. Von der Bildungspolitik hätte man eine Ursachenanalyse erwartet. Doch sie redet die Resultate schön und gibt ihnen das Prädikat «gut» bis «sehr gut». Die Politik betone das Relativierende, sagt Condorcet-Autor Carl Bossard, und negiere das Unerfreuliche, den Trend nach unten in den Kulturtechniken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert