Die Zahl des Monats

231 Millionen

Das geplante Schulhausprojekt in Zürich Schwammendingen “Saatlen” sprengt in jeder Hinsicht die finanziellen Richtwerte bisheriger Schulhausbauten. Das Zürcher Hochbauamt hält sein Projekt für «unvergleichlich». Die Redaktion schliesst sich dieser Meinung an und wartet gespannt auf die künftigen Ergebnisse der ÜGK (Überprüfung der Grundkompetenzen).

So gross und so teuer wie der geplante Neubau der Schule Saatlen in Zürich-Schwamedingen war noch keine Volksschule in der Schweiz. 231 Millionen Franken – für 950 Schüler oder 56 Klassen. Das macht vier Millionen Franken pro Klasse, was in Bezug auf die Kosten eine neue Dimension im Schulhausbau darstellt. Jede Klasse könnte eine Luxuswohnung im 21. Stockwerk des Mobimo-Towers erhalten – angepriesen als «urbaner Adlerhorst», inklusive freistehender Badewanne – rechnete die «NZZ» vor.
Nebst den Klassenzimmern und allen angeschlossenen Gruppenräumen gibt es alleine 19 separate Zimmer für Handarbeit und Werkstatträume und Naturkunde – fast jede zweite Klasse erhält einen Werkraum. Während früher Naturkunde im Schulzimmer oder unter freiem Himmel unterrichtet wurde, lässt die Stadt Zürich hierfür also separate Räume bauen. Hinzu kommen vier Räume für Therapie- und Psychomotorik, weitere 16 Räume für Verpflegung und Aufenthalt, dazu Bibliothek, Teamzimmer, neun Musikzimmer mit Orchesterraum, einen zusätzlichen Singsaal, weitere Räume für die musikalische Grundbildung, nebst Räumen für die Verwaltung und die Technik. Die Schüler werden darüber hinaus eine Schwimmanlage, eine Turnhalle und eine Dreifachturnhalle mit Boulderwand erhalten.
Die Redaktion des Condorcet-Blogs zieht ob so viel Bildungsinvestitionen den Hut und ist überzeugt, dass damit auch die Sprach- und Mathematikkompetenzen steigen werden.
image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Jakob Heer – Pionier der Volksschule

Die Studien über die Verschlechterungen unserer Volksschule häufen sich. Ist unser zeitgemässes Bildungswesen noch fortschrittlich? Fortschritt bezeichnet grundlegende Verbesserungen durch bedeutende Veränderungen bestehender Zustände (Wikipedia). Zeitgemäss kann man auch sein, wenn man gleich gut oder gleich schlecht ist wie die anderen. Unser “Bloghistoriker” Peter Aebersold wagt einen Vergleich unserer heutigen Volksschule mit den Anfängen der Volksschule im Bergkanton Glarus und fragt: “Könnten unsere heutigen Schüler bei den Glarner Mathematikaufgaben von 1836 mithalten?”

«Mein Lehrer hat mich zum Schriftsteller gemacht»

Kaum eine Tageszeitung, kaum eine Wochenpublikation, die Peter Bichsel und sein literarisches Schaffen nicht gewürdigt hat: als politischen Poeten, als Kolumnisten, als bundesrätlichen Redenschreiber. Seltsam wenig war vom pädagogischen Denker Bichsel zu hö-ren. Eine persönliche Erinnerung von Condorcet-Autor Carl Bossard.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert