22. September 2026

In eigener Sache: Der Condorcet-Blog ist ein Diskurs-Blog

Die Redaktion möchte mit dieser Erklärung noch einmal auf die Gründungsprizipien unseres Bildungsblogs hinweisen, nachdem verschiedene Beiträge kritisiert worden sind.

In letzter Zeit wurden wir von einigen Leserinnen und Lesern dafür kritisiert, dass wir Beiträge veröffentlichen, welche scheinbar nicht der Überzeugung der Blog-Gründer und der Kritiker der Bildungsreformen entprechen. Und linke User unseres Blogs wundern sich, wenn bei uns Lehrerinnen- und Lehrerverbände kritisiert, die Forderung nach mehr finanziellen Ressourcen oder die Einführung der Tagesschulen in Frage gestellt werden. Die Redaktion sieht sich daher veranlasst, noch einmal unsere Gründungsprinzipien in Erinnerung zu rufen. Der Blog ist der liberalen Offenheit des französischen Philosophen, Mathematikers und liberalen Aufklärers Jean-Marie de Condorcet (1743– 94) und seiner Frau, Sophie de Condorcet (1764– 1822), verpflichtet.

Widerspruch nicht nur zuzulassen, sondern ihn willkommen heissen!

Der Condorcet-Blog ist ein Zusammenschluss von Autoren (Lehrkräfte, Journalisten, Philosophinnen, Eltern usw.), denen die Bildung für alle am Herzen liegt und die das Bestreben eint, einen bescheidenen Beitrag zum gegenwärtigen Bildungsdiskurs zu leisten.

Unsere Ziele sind:

  • kritische Informationen zu liefern, die man woanders nicht bekommt,
  • die Berichterstattung in den Medien zu ergänzen,
  • erfrischend zu schreiben und auch unterhaltsam zu sein,
  • Widerspruch nicht nur zuzulassen, sondern ihn willkommen zu heissen!
  • Last but not least: gute Autorinnen und Autoren zu gewinnen.

Eintreten für die Bildung und die Werte der Aufklärung

Unsere Autorinnen und Autoren lieben die Bildung und schätzen die Werte der Aufklärung. Sie sind für die Chancengerechtigkeit, für Bildungsqualität und Innovation. Gleichzeitig versuchen sie, populären Mythen auf den Grund zu gehen, und sind skeptisch gegenüber Ideologien. Sie hinterfragen gewohnheitsmäßige Prämissen und stellen grundsätzlich die Frage: „Stimmt das überhaupt?”

Politisch gehen wir einen neuen Weg: Konservative, liberale und linke Persönlichkeiten betreiben diesen Blog zusammen. Sie stehen für Kritik, Offenheit, aber auch für den Diskurs.

Wir stellen Anforderungen an unsere Leserschaft, manchmal ironisch, manchmal ein bisschen elitär, manchmal anspruchsvoll. Und wir werden Ihnen auch konträre Ansichten zumuten! Nichts schärft den eigenen Geist so, wie das Hinterfragen eigener Positionen! Wir wollen keine Echokammer werden, sondern streben vielmehr einen hochstehenden Diskurs an.

Eine Redaktion wacht über Qualität und Höflichkeit. Aber die Gastbeiträge müssen sich nicht mit der Redaktionsmehrheit decken.

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Der Condorcet-Blog wurde seinerzeit gegründet, weil seine Initiatoren der Meinung waren, es werden in den Medien, in den PH’s, in der Verwaltung und in den Parteien nicht mehr alle Meinungen abgebildet oder zugelassen. Ausserdem würde sehr oft versucht, umstrittene Personen mit „Kontaktschuld“ und Etikettierung aus dem Diskurs fernzuhalten. Vier Jahre nach der Gründung unseres Bildungsblogs müssen wir feststellen, dass die Problematik der „Cancel culture“ um sich greift. Wenn verlangt wird, dass Professorinnen, die sogenannt missliebige Studien veröffentlichen, von ihrer Fakultät entlassen oder namhafte Wissenschaftler mit unpopulären Meinungen am Auftreten gehindert werden, müssen wir das klar benennen und uns dagegen wehren. Es widerspricht unseren Prinzipien einer offenen und freien Debatte. Von Anfang an suchten wir immer den Dialog mit Persönlichkeiten, die auch andere Überzeugungen haben und bemühten uns um das Prinzip „Rede und Gegenrede“. In keinem Milieu gedeiht die Einengung des Diskurses so prächtig wie an den Universitäten. Das Verrückte dabei ist: Niemand ist in Deutschland und in der Schweiz so abgesichert wie ein auf Lebenszeit berufener Hochschullehrer. Es kann ihm nichts passieren, wenn er sich querlegt oder einfach nur das macht, was er für richtig hält. Und dennoch ziehen alle sofort den Kopf ein, wenn Ärger droht. Jan Fleischhauer berichtet im Fokus von einem Fall an der Uni Erlangen.

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