10. August 2026

Achtung Lesewarnung: Brisante Äusserungen eines Sprachforschers

Der nachfolgende Artikel enthüllt die unglaublichen Vorgänge in der Entstehungsgeschichte der Einführung des Frühfranzösisch und der Mehrsprachendidaktik.

Liebe Leserinnen und Leser des Condorcet-Blogs,

Alain Pichard, Sekundarlehrer in Orpund: Eigentlich skandalös.

Wie konnte es sein, dass eine 100-Millionen-Investition wider besseres Wissen überstürzt in unserem Lande eingeführt wurde? Und wie kann es sein, dass eine derart unausgegorene Fremdsprachendidaktik ohne flächendeckende Evaluierungen in einem Hauruckverfahren 100’000 Schülerinnen und Schülern dieses Landes übergestülpt wurde?

Welches war die Rolle der Wissenschaft? Der renommierte Sprachforscher Raphael Berthele, ordentlicher Professor für Mehrsprachigkeit an der Universität Freiburg, schrieb kürzlich im «Journal of the European Second Language Association» einen brisanten Artikel, in dem er aufzeigt, welch grosse Bedenken damals gegen die wissenschaftliche Qualität der Empfehlungen vorherrschten!

Condorcet-Autor Felix Schmutz hat den Text aus dem Englischen übersetzt und stellt ihn den Leserinnen und Lesern im nachfolgenden Artikel vor. Viel Vergnügen kann man bei der Lektüre wahrlich nicht wünschen.

Für die Redaktion

Alain Pichard

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Längeres konzentriertes Lernen in Schulklassen als ein Markenzeichen für hohe Leistungsbereitschaft ist seltener geworden. Heterogene Klassenzusammensetzungen mit erzieherisch unterschiedlich geprägten Kindern stellen Lehrpersonen vermehrt vor herausfordernde Führungsaufgaben. Heikel wird es, wenn einzelne Schüler durch stark auffälliges Verhalten wiederholt den Unterricht stören und ganze Klassen zeitweise durcheinanderbringen. Das aktuelle integrative Modell sieht deshalb vor, dass in schwierigen Situationen Heilpädagoginnen die Klassenlehrpersonen unterstützen sollen. Doch das aufwändige Konzept ist personalintensiv und besteht oft nur auf dem Papier. Jede Heilpädagogin ist durchschnittlich in acht bis zehn Klassen engagiert und oft nicht gerade da, wo es brennt. Dieses und weitere Themen finden Sie im Überblick von Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz zum aktuellen Newsletter der Starken Volksschule Zürich.

1 Kommentar

  1. Das Frühfranzösischlehrmittel ist untauglich!
    Der BZ Bericht vom 27.9.2019 «Bildungsbehörde verschweigt die von ihr bestellte Studie» erwachen endlich die Behörden und Politiker/-innen

    Ich verlangte als Grossrätin, dass der Regierungsrat die für mich untauglichen Lehrmittel «Mille Feuilles» und «Clin d`Oeil» vorerst mit Versuchsklassen testen müsse. Doch davon wollte Regierungsrat Pulver nichts wissen. Und so wurden denn für diese Lehrmittel Jahr für Jahr ca. 14 Mio. CHF und für Zusatzausbildungen für Lehrpersonen ca. 4 Mio. CHF «verpulvert». Kritische Stimmen betreffend die fragwürdige Didaktik des sogenannten «Sprachbades» wurden ignoriert. Mein Argument, dass das Bad gross sei wie ein See und die Kinder als Nichtschwimmer/-innen ohne Schwimmhilfen (Rechtschreibung, Grammatik oder Wörtlilernen) verloren seien, wurde negiert. Die Methode, welche eine Nachahmung des Sprachenlernens in einem fremdsprachigen Gebiet oder in einer fremdsprachigen Familie ist, kann nur erfolgreich sein, wenn ein Kind mindestens 40 Prozent seiner Wachzeit mit dieser Fremdsprache konfrontiert ist. Deshalb war von Anfang an klar, dass diese Lehrmittel für das Sprachenlernen mit 2-3 Lektionen pro Woche nicht taugen würden.
    Auch die Masterarbeit, welche die erfahrene Sekundarlehrerin S. Zbinden unter dem bekannten Sprachenforscher Prof. Berthele zum Thema «Französischlehrmittel» gemacht hat und ich analysiert hatte, wurde von der Erziehungsdirektion verheimlicht. Dabei hat diese Vergleichsstudie deutlich gezeigt, dass die sprachlichen Leistungen der Kinder mit den neuen Lehrmitteln signifikant schlechter waren, als diejenigen des «Bonne Chance».
    Auch die neusten Studienergebnisse wurden der Bevölkerung und Politik vorenthalten. Dies hat also System. Die enormen Kompetenzen des Regierungsrates, insbesondere in Bildungsfragen, mit grossen Auswirkungen auf die Finanzen des Kantons und der Gemeinden müssen endlich gestoppt werden! Nun ist zu hoffen, dass meiner dritten Motion betreffend das Französischlehrmitte im März 2020 im Grossen Rat zugestimmt wird. Siehe unter: https://www.gr.be.ch/gr/de/index/geschaefte/geschaefte/suche/geschaeft.gid-effd3e06b61c430bb1fc0f779537d5a0.html

    Sabina Geissbühler-Strupler, Primarlehrerin, Mitglied der Bildungskommission des Grossen Rates Kt. Bern, Herrenschwanden.

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