11. August 2020

Mehrsprachigkeitsdidaktik

Wissenschaft und Pseudowissenschaft in der Sprachdidaktik

Der Mehrsprachigkeitsforscher Berthele plädiert in einem brisanten Artikel für strengere Massstäbe bei der Auswertung von Forschungsergebnissen und bei der Abgabe von Empfehlungen an die Bildungspolitiker im Bereich Fremdsprachenunterricht. Und er tut dies nicht ohne Selbstkritik. Etwas, was den Passepartout- und Frühfranzösisch-Promotoren auch anstehen würde. Condorcet-Autor Felix Schmutz übersetzte den bemerkenswerten Artikel aus dem Englischen und stellt ihn den Condorcet-Leserinnen und Lesern vor.

Achtung Lesewarnung: Brisante Äusserungen eines Sprachforschers

Der nachfolgende Artikel enthüllt die unglaublichen Vorgänge in der Entstehungsgeschichte der Einführung des Frühfranzösisch und der Mehrsprachendidaktik.

Plurilinguales Sprachenlernen, ein Grossprojekt des Europarates

Seit Beginn des Millenniums herrscht Aufbruchstimmung in der europäischen Sprachenpolitik: Der gemeinsame europäische Referenzrahmen (CEFR) wurde erarbeitet, um Fremdsprachenkompetenzen in aufsteigender Qualität (A1 bis C2) genau zu beschreiben und in einem Sprachenportfolio auszuweisen; die Länder wurden aufgerufen, in den obligatorischen Schulen mindestens zwei Fremdsprachen zu unterrichten; ein didaktisches Konzept namens Mehrsprachigkeit (Plurilingualism, plurilinguisme) wurde propagiert, um die Monolingualität vieler Staaten zu durchbrechen. Condorcet-Autor Felix Schmutz untersucht in einer gewohnt minutiösen Recherche die Hintergründe, welche zum Mehrsprachigkeitskonzept und der Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts geführt haben.

Wenn Bildungsidee und pädagogische Wirklichkeit nicht übereinstimmen

Die Primarschule hat viele neue Aufgaben übernommen – weggenommen wurde wenig. Manches kann darum gar nicht genügend geübt werden. Das gilt insbesondere fürs Frühfranzösisch. Doch die Behörden verdrängen die Schulzimmerrealität, schreibt Condorcet-Autor Carl Bossard.

Das unrühmliche Schicksal von Passepartout

Condorcet-Autor Felix Schmutz beschreibt in seinem Beitrag wohl das nahende Ende eines der düsterten Kapitels “neureformerischer” Irrläufer, das Passepartout-Konzept.

Das Passepartout-Projekt – Mahnmal einer expertokratischen Schulreform

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich so intensiv und mit viel Sachkenntnis mit der Mehrsprachendidaktik und den neuen Lehrmitteln befasst hat, wie der Sekundarlehrer Philipp Loretz. Dass der Kanton Basel-Land in Bälde über eine Lehrmittelfreiheit abstimmen wird, ist nicht zuletzt sein Verdienst.