22. September 2026
Die Zahl des Monats

231 Millionen

Das geplante Schulhausprojekt in Zürich Schwammendingen “Saatlen” sprengt in jeder Hinsicht die finanziellen Richtwerte bisheriger Schulhausbauten. Das Zürcher Hochbauamt hält sein Projekt für «unvergleichlich». Die Redaktion schliesst sich dieser Meinung an und wartet gespannt auf die künftigen Ergebnisse der ÜGK (Überprüfung der Grundkompetenzen).

So gross und so teuer wie der geplante Neubau der Schule Saatlen in Zürich-Schwamedingen war noch keine Volksschule in der Schweiz. 231 Millionen Franken – für 950 Schüler oder 56 Klassen. Das macht vier Millionen Franken pro Klasse, was in Bezug auf die Kosten eine neue Dimension im Schulhausbau darstellt. Jede Klasse könnte eine Luxuswohnung im 21. Stockwerk des Mobimo-Towers erhalten – angepriesen als «urbaner Adlerhorst», inklusive freistehender Badewanne – rechnete die «NZZ» vor.
Nebst den Klassenzimmern und allen angeschlossenen Gruppenräumen gibt es alleine 19 separate Zimmer für Handarbeit und Werkstatträume und Naturkunde – fast jede zweite Klasse erhält einen Werkraum. Während früher Naturkunde im Schulzimmer oder unter freiem Himmel unterrichtet wurde, lässt die Stadt Zürich hierfür also separate Räume bauen. Hinzu kommen vier Räume für Therapie- und Psychomotorik, weitere 16 Räume für Verpflegung und Aufenthalt, dazu Bibliothek, Teamzimmer, neun Musikzimmer mit Orchesterraum, einen zusätzlichen Singsaal, weitere Räume für die musikalische Grundbildung, nebst Räumen für die Verwaltung und die Technik. Die Schüler werden darüber hinaus eine Schwimmanlage, eine Turnhalle und eine Dreifachturnhalle mit Boulderwand erhalten.
Die Redaktion des Condorcet-Blogs zieht ob so viel Bildungsinvestitionen den Hut und ist überzeugt, dass damit auch die Sprach- und Mathematikkompetenzen steigen werden.
image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Der Tausendsassa: Thomas Lindauer

Richard Münch, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, hat den Begriff geprägt, Condorcet-Autor Alain Pichard zeigt, was es damit auf sich hat: Es geht um den bildungsindustriellen Komplex bzw. um seine Allianz mit Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Hier tummeln sich allerlei bunte Vögel, Wichtigtuer, oft auch gescheite Köpfe, vor allem aber clevere Vermarkter. Am Beispiel von Thomas Lindauer, Deutschdidaktiker und Projektleiter, erklärt uns Alain Pichard, wie man heute mit Bildung Geld verdienen kann. Seine Morphem-Terminologie wurde auch vom lvb in Frage gestellt (siehe “Checks im Realitätscheck – Problemanalyse des LVB nach 5 Jahren Erfahrung” vom 10.7.2021).

Ein Gespenst geht um in Europa – der Lehrermangel

Condorcet-Autor Roland Stark räumt in seinem Artikel mit einigen Mythen zum gegenwärtigen Lehrkräftemangel auf. Dagegen benennt er die seiner Meinung nach entscheidenden Faktoren: die massive Mehrbelastung der Lehrkräfte, welche diese in die Teilzeitarbeit treibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert