Digitalisierung

Eine Replik auf den Austausch zwischen Wampfler und Loretz

Condorcet-Autor Felix Hoffmann analysiert den Diskurs zwischen Philippe Wampfler und Philipp Loretz (https://condorcet.ch/2023/10/digitalisierung-wie-weit-soll-sie-gehen/) und hat dazu eine klare Haltung.

«Ignoranz: tadelnswerte Unwissenheit, Kenntnislosigkeit in Bezug auf jemanden, etwas» (Duden)

Bei den von Loretz aufgeführten sechs Punkten handelt es sich um fünf klar formulierte Forderungen. Diese ergeben sich notwendigerweise sowohl aus der gegenwärtig an vielen Schulen praktizierten Form der Digitalisierung als auch aus zahlreich vorhandenen Studien. Insbesondere auf letzteren basieren die Warnungen des schwedischen Karolinska Instituts und der UNESCO, was die schulische Digitalisierung betrifft.

Felix Hoffmann, BL, Sekundarlehrer, Condorcet-Autor: Wampfler scheint nicht gewillt, sich mit kritischen Fragen auseinanderzusetzen.

Aus dem publizierten Diskurs geht nicht hervor, warum Wampfler die erwähnte Verlautbarung als «sehr einseitige und eigenwillige Auswertung der vorhandenen Studien» bezeichnet. Wampfler begründet seine Unterstellung sodann auch nicht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass er eine stringente Ableitung mit subjektiver Interpretation verwechselt.

Wampfler reagiert auf die berechtigte Hinterfragung der schulischen Digitalisierung in der heutigen Form – ohne Plan, Ziel und Wirksamkeitsnachweis –, mit Allgemeinplätzen: «Wer zu diesem Schluss kommen will, findet immer Auswertungen…» oder: «Eine Reflexion muss mehr sein als eine Ablehnung und eine Verantwortungsabgabe an die Eltern.» Insbesondere der Schluss dieser zweiten Binsenweisheit ist entlarvend.

Es darf von einem gymnasialen Deutschlehrer erwartet werden, dass er nicht nur lesen, sondern das Gelesene auch verstehen kann. An Textverständnis wird es Herrn Wampfler kaum mangeln. Warum dann aber unterstellt er Loretz, letzterer würde die Verantwortungsabgabe in Sachen schulischer Digitalisierung an die Eltern proklamieren? Loretz fordert genau das Gegenteil: «Der Eingriff der Schule in das digitale Erziehungskonzept der Eltern ist zu unterlassen.» Und noch deutlicher: «Die Schule ist aufgefordert, ihre pädagogische Verantwortung wahrzunehmen und den negativen Folgen der grassierenden digitalen Vereinnahmung der Kinder und Jugendlichen entschieden entgegenzutreten.»

Herr Wampfler, Reflexion muss mehr sein als Ablehnung.

Wie bereits erwähnt, ist dieses Missverständnis kaum einem unzureichenden Textverständnis geschuldet. Viel wahrscheinlicher ist, dass Wampfler schlicht nicht gewillt ist, sich die Zeit zu nehmen, um sich mit kritischen Aspekten des digitalisierten Unterrichts auseinanderzusetzen. Deshalb pariert er diesbezügliche Kritik kurzerhand mit Floskeln. Das geht locker vom Hocker mit minimalem Zeitaufwand. In der Folge entsteht dadurch ferner der Verdacht, dass da jemand sein persönliches Steckenpferd auf dem Buckel, wenn nicht gar auf Kosten seiner jugendlichen Schutzbefohlenen auslebt.

Herr Wampfler, Reflexion muss mehr sein als Ablehnung.

«Ignoranz ist die Kunst mit offenen Augen nicht sehen zu wollen.» (K. Weber)

 

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Dr. Beat Kissling, pens. Gymnasiallehrer , Psychologe und Buchautor, widerspricht der Montessori-Kindergärtnerin, Clarita Kunz Matossi (https://condorcet.ch/2023/08/schulen-vergeuden-zu-viel-potenzial/), wenn sie behauptet, dass die totale Individualisierung sei die Lösung bei der Integrationsproblematik. Er verweist auch auf die Hattie-Studie.

16 Kommentare

  1. Erschreckend wie Herr Wampfler jeden Einwand gegen den Einsatz von Tablets und Laptops in der Schule mit einem Augenrollen und Schulterzucken abtut.

    Klar, wer braucht schon klare Argumente, wenn man mit Phrasen und unbelegten Unterstellungen seine Position verteidigen kann? Wenn Herr Wampfler sagt, es müsse «mehr sein als eine Ablehnung», dann meint er wohl, dass wir die Zukunft unserer Kinder bedenkenlos in die Hände von Tech-Giganten legen sollen, ohne uns um solche Kleinigkeiten wie Forschung und Evidenz zu kümmern.

    Aber Moment mal, wer braucht denn wissenschaftliche Studien und Expertenmeinungen, wenn wir Herrn Wampfler haben, der uns sagt, was richtig ist? Offensichtlich ist er der Einzige, der wirklich versteht, was er liest. Alle anderen, einschließlich des schwedischen Karolinska-Instituts und der UNESCO, können sich hinten anstellen.

    1. »die Zukunft unserer Kinder bedenkenlos in die Hände von Tech-Giganten legen« – das ist doch eine Floskel. (Würde wetten, dass ihr noch nie vom Karolinska-Institut gehört habt, bevor es diese Studie gab…)

  2. Mich irritiert, was hier gerade abgeht. Weshalb kommt ihr auf die Idee, eine Facebook-Diskussion auf euren Blog zu kopieren, ohne mich zu fragen?

    Die Diskussion hat einen Kontext und eine bestimmte Sichtbarkeit. Ihr verändert das und kommentiert das dann hier mit sehr seltsamen Unterstellungen. Für mich ein seltsamer Stil: Ich nehme auch kontroverse Diskussionen gerne an, würde sie aber gerne transparent führen.

    Zur Sache: Kinder und Jugendliche brauchen digitale Kompetenzen. Wer den Aufbau dieser Kompetenzen in die Verantwortung der Eltern übergibt, handelt genau gleich wie jemand, der Schwimmunterricht abschaffen möchte. Einige Kinder lernen dann gut schwimmen, andere gar nicht. Deshalb müssen Schulen hier verbindlich Kompetenzen sichern. Und das geht halt nur in der Auseinandersetzung mit digitalen Medien. So zu tun, als wäre es eine verantwortungsvolle Haltung, das gerade nicht zu tun, ist eine problematische Position, die ich bei diesem Beitrag kritisiert habe.

    Um »Kritische Aspekte« des digitalen Unterrichts geht es dabei nicht. Diese sind ein Vorwand, um eine schulische Auseinandersetzung mit Digitalität zu erschweren oder zu verhindern.

    1. Im Ernst Herr Wampfler?
      Kritische Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten setzen Sie gleich mit einer Haltung, die diese Kritik zum Vorwand nimmt, um die Digitalisierung des Unterrichts zu erschweren oder gleich ganz zu verhindern. Das ist tatsächlich eine sehr enge und m. E. auch sehr intolerante Art und Weise, sich in diese Diskussion einzubringen, von einem Hauch von Wissenschaftlichkeit ganz zu schweigen. Es ist halt einfacher, die Moralkeule zu schwingen, als sich sachlich der Argumente der Gegenseite anzunehmen. Sie enttäuschen mich auf der ganzen Linie.

  3. «Um Kritische Aspekte des digitalen Unterrichts geht es (…) nicht.» Doch, Herr Wampfler, genau darum dreht es sich in unserer Debatte. Dies ist der «sichtbare Kontext dieser Diskussion», um es in Ihren Worten auszudrücken.

    Sie wiederholen Ihre Unterstellung des Verantwortungstransfers an die Eltern, obwohl klar aufgezeigt wurde, dass das Gegenteil der Fall ist. Im Weiteren tun Sie so, als ob die Digitalisierung als Ganzes abgelehnt würde. Nochmals: Es geht um die kritischen Aspekte derselben.

    Wo durch Studien belegte Befunde ignoriert bzw. negiert werden, befinden wir uns in einer Echokammer. Hier bestärken sich Gleichgesinnte unter Ausschluss Andersdenkender in ihrer Haltung. Daraus resultiert «…eine Isolation gegenüber Informationen, die nicht dem Standpunkt des Benutzers entsprechen.» (Wikipedia) Der Condorcet-Blog ist das Gegenteil einer Echokammer. Insofern müssen Sie es aushalten, wenn Sie hier mit Ihren Positionen nicht nur auf Gegenliebe stossen. Rundumschläge jedenfalls sind nicht zielführend.

    Es fragt sich, wie ein Deutschlehrer seinen jugendlichen Schülerinnen und Schülern eine Debattenkultur lehren kann oder ihnen das Verfassen von Erörterungen beibringen will, wo es um Pro und Kontra geht, wenn er sich selbst dem Kontra gegenüber so beharrlich verweigert.

    Ich hoffe jedenfalls, annehmen zu dürfen, dass sich Ihr Berufsverständnis nicht in der Vermittlung digitaler Kompetenzen erschöpft.

    1. Hier haben mehrere eingewendet, es gehe um eine differenzierte Kritik und nicht um den Vorschlag, digitale Kompetenz insgesamt den Eltern zu überlassen.
      Worin besteht denn genau diese differenzierte Kritik? Ich selber bin gegenüber der Nutzung digitaler Medien an Schulen ganz grundsätzlich in vieler Hinsicht kritisch, da läuft einiges nicht gut. Diese Diskussion hat damit aber nichts zu tun – ich nehme nichts anderes wahr als den hinter einem Vorwand versteckten Versuch, die Nutzung digitaler Medien an Schulen zu erschweren oder zu verhindern.
      Wenn ich mich täusche, müsste ich verstehen, was genau der Gehalt dieser Kritik ist.

  4. “Um »Kritische Aspekte« des digitalen Unterrichts geht es dabei nicht. Diese sind ein Vorwand, um eine schulische Auseinandersetzung mit Digitalität zu erschweren oder zu verhindern.”, so urteilt Herr Wampfler über das Editorial von Philipp Loretz. Schon meinen Sekundarschulklassen schärfte ich ein, dass es einen Unterschied gibt zwischen Unterstellungen (Behauptungen) und Tatsachen. Ist es tatsächlich Wampflers Ernst zu behaupten, dass Lehrpersonen, die auf “kritische Aspekte” der Digitalisierung hinweisen, in Wahrheit die Auseinandersetzung mit digitalen Medien in der Schule “verhindern” wollten. Schon nur die Probleme mit der Privatsphäre sind gigantisch, wie die Forschungsgruppe der Universität Basel um Frau Professor Isabel Wagner evidenzbasiert darlegt, wobei “Big Brother” aus 1984 eine eher harmlose Variante in Orwells Vorstellung war.
    vgl. I. Wagner, Auditing Corporate Surveillance Systems: Research Methods for Greater Transparency. Cambridge University Press, 2022.

  5. Die Dosis macht die Wirkung
    Bei der Digitalisierung verhält es sich wie mit Kortison: Es ist nützlich und notwendig, weshalb es unser Körper auch selbst produziert. In zu hohen Dosen allerdings ist es schädlich. So ist es mit fast allem im Leben, zu viel des Guten ist ungesund. Wir wissen doch um das Suchtpotential von Handys, einem Thema, zu dem es gerade auf diesem Blog reichlich zu lesen gibt.
    Ein Verfechter der Digitalisierung sollte sich nicht angegriffen fühlen, wenn er bei diesem Thema auf kritische Haltungen stösst. Vielmehr sollte Kritik Anlass für ihn sein, eigene Argumente zu überdenken oder zu schärfen, um zu überzeugen. Das unnachgiebige Festhalten an der eigenen Position, ohne im Geringsten auf Einwände einzugehen, wiederholte Unterstellungen sowie das Hinstellen von Kritikern als unwissende Ewiggestrige zeugt mehr von Verletztheit als von Sachlichkeit. Zudem erinnert es an den für viele Sektenmitglieder typischen Anspruch auf Unfehlbarkeit.

    1. Hier haben mehrere eingewendet, es gehe um eine differenzierte Kritik und nicht um den Vorschlag, digitale Kompetenz insgesamt den Eltern zu überlassen.
      Worin besteht denn genau diese differenzierte Kritik? Ich selber bin gegenüber der Nutzung digitaler Medien an Schulen ganz grundsätzlich in vieler Hinsicht kritisch, da läuft einiges nicht gut. Diese Diskussion hat damit aber nichts zu tun – ich nehme nichts anderes wahr als den hinter einem Vorwand versteckten Versuch, die Nutzung digitaler Medien an Schulen zu erschweren oder zu verhindern.
      Wenn ich mich täusche, müsste ich verstehen, was genau der Gehalt dieser Kritik ist.

    2. Ich fühle mich nicht angegriffen, weil jemand eine Meinung vertritt – ich fühle mich übergangen, wenn meine Texte ohne mein Einverständnis kopiert und in einen neuen Kontext gestellt werden. Das ist einfach kein seriöses Vorgehen.

      Meine Position ist eine Verbindung von intensiver Auseinandersetzung mit Forschung und langjähriger Unterrichtspraxis. Das hat nichts mit Unfehlbarkeit oder Sektiererei zu tun, es handelt sich schlicht um Expertise. Ich ändere meine Ansichten nicht, wenn jemand auf Facebook einen Teilaspekt einer Studie zitiert – weil ich breit informiert bin und die Forschung fundiert kenne.

      1. Wer “breit informiert (ist) und die Forschung fundiert kennt”, könnte differenziert argumentieren und müsste nicht den Beleidigten herauskehren und mit Unterstellungen reagieren.

      2. Sie haben Ihren KritikerInnen wiederholt unterstellt, es ginge ihnen bei der schulischen Digitalisierung um einen Verantwortungstransfer an die Eltern. Daraufhin wurden Sie über Ihren Irrtum aufgeklärt, in dem Sinne, dass das Gegenteil richtig ist. In Ihrer letzten Stellungnahme erwähnen Sie nun, einen «Vorschlag, digitale Kompetenz insgesamt den Eltern zu überlassen.» Es ist nicht klar, woher Sie diesen haben. Er stammt jedenfalls auch nicht vom Austausch auf diesem Blog. Insgesamt entsteht, der Eindruck, dass Sie sich mit Vorurteilen betreffend die schulische Digitalisierung herumschlagen müssen, die sie in den Austausch auf diesem Blog einfliessen lassen, obwohl sie nicht hierhergehören.

        Sie fragen: «Worin besteht denn genau diese differenzierte Kritik?» Diese Frage ist zwiespältig. Einerseits zeugt sie davon, dass Sie sich endlich, wenn vielleicht auch nur rhetorisch, dem Gegenstand gegenüber öffnen, der hier thematisiert wird. Andererseits ist sie für einen selbsternannten «Experten» auf dem zur Diskussion gestellten Gebiet entlarvend. Sie sind jedenfalls eingeladen, insbesondere auf diesem Blog zu recherchieren. Gerade in letzter Zeit wurden mehrere der schulischen Digitalisierung gegenüber kritische Beiträge publiziert.

        “Ich nehme nichts anderes wahr als den hinter einem Vorwand versteckten Versuch, die Nutzung digitaler Medien an Schulen zu erschweren oder zu verhindern.» Hier scheint Ihre Wahrnehmung durch die in Abschnitt 1erwähnten allfälligen Vorurteile beeinflusst zu sein. Aber ohnehin, gibt es einen Unterschied zwischen Wahrnehmung und Wahrheit. Unterstellungen gehören in den Bereich der ersteren, vor allem, wenn sie ohne jegliche Einsicht ständig wiederholt werden. In dem Sinne sagen Wahrnehmungen zuweilen mehr aus über den Wahrnehmenden als über das Wahrgenommene.

        «Wenn ich mich täusche, müsste ich verstehen, was genau der Gehalt dieser Kritik ist.» Nein, das Verständnis kommt erst, nachdem Sie sich für die kritische Information geöffnet und sich diese zu Gemüte geführt haben. Anschliessend folgt der Versuch, sie zu verstehen.

        «Ich fühle mich übergangen, wenn meine Texte ohne mein Einverständnis kopiert (…) werden. Das ist einfach kein seriöses Vorgehen.» Wenn Sie sich öffentlich verlautbaren lassen, dürfen Sie nicht darüber klagen, wenn sie öffentlich verlautbart werden. Und wenn es Ihnen um Seriosität geht, sollten Sie sich für Ihre Botschaften nicht Facebook bedienen, einer Plattform, die Gesellschaften polarisiert, Hass schürt, Fakenews verbreitet und so Demokratien untergräbt. Marc Zuckerberg kopiert Ihre Wortmeldungen nicht nur unzählige Male, er extrahiert aus ihnen ein Persönlichkeitsprofil von Ihnen und verkauft es an Dritte.

        «Meine Position ist eine Verbindung von intensiver Auseinandersetzung mit Forschung und langjähriger Unterrichtspraxis. Das hat nichts mit Unfehlbarkeit oder Sektiererei zu tun, es handelt sich schlicht um Expertise. Ich ändere meine Ansichten nicht, wenn jemand auf Facebook einen Teilaspekt einer Studie zitiert – weil ich breit informiert bin und die Forschung fundiert kenne.» Diese Aussagen zeugen meines Erachtens eher von durch Gegenwind erzeugter Verunsicherung, die offenbar durch Selbstüberhöhung kompensiert werden soll, als von Expertise. Dieser ganze Abschnitt steht jedenfalls in Widerspruch zu dem, was Sie hier in dieser Sache bisher von sich gegeben haben.

        1. Was für eine seltsame Art, eine Diskussion zu führen. Kein Argument, keine sachliche Tiefe, sondern nur die Aufforderung, selber nach Argumenten zu suchen. Dann bleibe ich mal bei meinem Eindruck und werde nächstes Mal den Rechtsweg beschreiten, wenn meine Rechte verletzt werden. Einsicht scheint nicht vorhanden zu sein.

  6. Herr Wampfler, Einsicht ist nach Sinan Günül «der erste Schritt zur Vernunft». Auf den vorliegenden Disput bezogen bedeutet Vernunft die Einsicht in die Notwendigkeit einer möglichst allumfassenden Sicht auf eine gegebene Thematik. Expertise in einer Sache entsteht also nicht durch Behauptung, wie Sie es in einem Ihrer Kommentare tun, sondern dadurch, dass eine Sache aus möglichst vielen Perspektiven betrachtet wird, verbunden u.a. mit dem dadurch erworbenen Wissen um die Vor- UND Nachteile einer Sache, in unserem Fall der Digitalisierung. Durch Ihre öffentlichen Verlautbarungen entsteht der Eindruck, dass Sie sich völlig engstirnig und uneinsichtig auf die Vorteile der Digitalisierung versteifen, die ja kaum jemand bestreitet. Sie scheinen aber nicht nur keine Ahnung von den Nachteilen zu haben, vielmehr verweigern sie offensichtlich die Einsicht in die Existenz derselben, obwohl Sie sich diese ganz einfach durch Recherche ergründen könnten. Dies umso mehr, als dass die diesbezügliche Berichterstattung gerade in letzter Zeit inflationär zugenommen hat. Doch die Recherche verweigern sie offenbar auch und erwarten, dass diese andere für Sie tätigen, was an das für kleine Kinder typische Lustprinzip erinnert. Als Experte, der zu sein, Sie von sich selbst behaupten, müssten Sie in obigem Sinne doch aber längst Bescheid wissen über Nachteile und Gefahren bzw. Interesse daran zeigen.
    Waltraud Puzicha meinte: «Ansichten ändern sich durch Einsichten.» In Ihrem Fall wäre dies die Einsicht in die Notwendigkeit des Wissens um die Risiken bzw. Nachteile der schulischen Digitalisierung. Denn «Die Einsicht in die Notwendigkeit ist der halbe Erfolg. (Klaus Ender) Der Erfolg besteht hier darin, dass Lehrkräfte mit ihrem Wissen um die Gefahren der Digitalisierung Verantwortung für ihre Schutzbefohlenen übernehmen können. Mittels Ihrer öffentlichen Verlautbarungen zeichnen Sie ein unvorteilhaftes Bild von sich selbst, das den Eindruck erweckt, dass Sie dieser Verantwortung nicht gewachsen sind wegen Unwissenheit.
    Die hier zitierten Aphorismen waren im Nu online zusammengetragen. Sie sehen also, Recherche ist ganz einfach. Versuchen sie es doch mal.

    1. Hier geht es nicht darum, ob jemand Aphorismen googlen kann. In meinen Tätigkeiten als Experte und Autor befasse ich mich selbstverständlich mit Nachteilen digitaler Arbeitsmethoden an Schulen. Darum geht es hier aber nicht, was sich auch an der hartnäckigen Weigerung zeigt, die Argumente auf den Tisch zu legen. Hier geht es um eine pauschale Verurteilung, um die Möglichkeit von Schulen, Digitalität komplett auszuschließen. Wäre das anders, müssten wir diese Diskussion nicht führen.

  7. Ihr letzter Kommentar, Herr Wampfler, liest sich als trotziges Eingeständnis der eigenen Voreingenommenheit. Denn wie bereits x-fach wiederholt, dient keiner der Texte im Zentrum dieser Debatte auch nur ansatzweise als Rechtfertigung für Ihre gebetsmühlenartig vorgetragene Unterstellung. Sie behaupten, sich mit Nachteilen digitaler Arbeitsmethoden an Schulen zu befassen. Dennoch rufen sie trotzig nach Argumenten. Dies ist wenig überzeugend. Mit Voreingenommenheit, Unterstellungen, Trotz und Widersprüchlichkeit sind Sie ein schlechter Botschafter der schulischen Digitalisierung. Diesbezügliche Expertise sieht anders aus. Damit schliesse ich.

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