Zitat der Woche: Chantal Galladé (GLP)

Chantal Galladé, Schulpräsidentin der Stadt Winterthur und Altnationalrätin (ehemals SP, heute GLP), steht nicht im Ruf, eine grundsätzliche Gegnerin von Schulreformen zu sein. Umso bemerkenswerter ihr Zitat aus der Sonntagszeitung vom 22.8.21.

Die Neuorganisation der Schulbehörde finde ich eine sehr schlechte Idee. Sie führt zu mehr Bürokratie und mehr Verwaltung von oben herab. Ich sage Immer: Gute Pädagogik und Verwaltung vertragen sich nicht. Pädagogen sollten kreativ sein und gestalten können. Das bedingt Freiheit. Die Verwaltung hingegen will Dinge vereinheitlichen, durchorganisieren und reglementieren. Das passt nicht zusammen. Die Verwaltung wird nun wohl weiter zunehmen, das ist genau das, was ich den Schulen nicht wünsche.

Sonntagszeitung 22.8.21

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A bad night

Lange hat der Condorcet-Blog keine Beiträge mehr von Diana Ravitch und ihren Mistreiterinnen und Mitstreitern aufgeschaltet. Der Grund lag bei den US-amerikanischen Wahlen. Diane Ravitch und ihre Leute richteten ihren Blog über Monate auf den bevorstehenden Wahlkampf aus. Diane Ravitch setzte sich enorm für Joe Biden und einige Senatoren ein, welche versprachen, die verheerenden Entwicklungen im US-amerikanischen Bildungssystem wieder rückgängig zu machen. Für unseren Bildungsblog waren die zahllosen Artikel daher zu USA-spezifisch. Die Ikone der amerikanischen Bildungspolitik zeigte sich zuletzt sehr optimistisch. Nach der Wahlnacht kam aber vieles anders. Die Entscheidung ist noch offen und eine Wahl von Joe Biden alles andere als sicher. Soeben erreichte uns untenstehende Mitteilung. Eine sichtlich erschütterte Diane Ravitch schrieb uns einen Text, den wir unübersetzt wiedergeben.

1 Kommentar

  1. Wenn sich Verwaltungen zu wichtig nehmen, wird es für die Pädagogik mühsam, manchmal gar gefährlich. Eine gute Verwaltung hingegen ist wie eine gute Schiedsrichterin: Sie fällt nicht auf, wird aber breit akzeptiert, wenn es sie braucht. Diese unterstützende, aber niemals dominierende Funktion der Verwaltung gilt ebenso für erfolgreiche Schulleitungen. Doch diese Vorstellung ist längst nicht überall Realität.
    Aktuell wird die Wirkung von äusseren Steuerungsmassnahmen auf den Schulerfolg stark überschätzt. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass ein grosser Teil der Lehrerschaft wieder mehr Gestaltungsfreiheit im Unterricht fordert. Kluge Verwaltungsangestellte wissen, dass sie sich im inneren Bereich der Schule zurückhalten müssen. Sie werden aber alles tun, um gute Rahmenbedingungen fürs Unterrichten zu schaffen. Misst man Verwaltungen an diesem Massstab, dann sind sie zurzeit in ihrem Kompetenzbereich ganz zünftig gefordert.

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