19. Oktober 2021

PUSA: Ein ziemlich guter Jahrgang

Am 17.Februar stellten die Lehrkräfte Christoph Schneeberger, Fabian Bütikofer und Alain Pichard ihr PUSA-Projekt vor. PUSA (nicht zu verwechseln mit PISA) ist die Abkürzung von “Projektunterricht Selbständige SchülerInnenarbeit”. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschossen und beurteilt worden. Eine Ausstellung (unter Berücksichtigung der Corona-Sicherheitsmassnahmen) für die Eltern fand ebenfalls statt. Zeit für eine Bilanz.

Die Klassenlehrkräfte Alain Pichard, Fabian Bütikofer, Christoph Schneeberger: Es ist eine Gratwanderung.

Von den 50 SchülerInnen des 9. Jahrgangs entschlossen sich sechs für eine Einzelarbeit. Die restlichen SchülerInnen arbeiteten in Zweiergruppen an ihrem selbstgewählten Projekt. Die Lehrkräfte hatten daher 28 Produkte und deren Dokumentation zu korrigieren und zu beurteilen. Eine dritte Note wurde für die ca. 5-minütige Präsentation vergeben.

Die 30 zur Verfügung stehenden Stunden wurden unterschiedlich genutzt.  Den Arbeitsjournalen (eine sehr intensive Überprüfungsarbeit seitens der Lehrkräfte) konnten wir entnehmen, dass im Grossen und Ganzen recht ordentlich mit der zur Verfügung stehenden Zeit umgegangen wurde. Fünf Arbeiten konnte man als klar ungenügend bezeichnen.

Was uns besonders freut: Mehrere hervorragende Projekte wurden durch RealschülerInnen produziert.

Alle Jahre wieder: Probleme bei der Dokumentation

Der Rest war zufriedenstellend bis gut. Überdurchschnittlich viele Projekte (insgesamt acht) wurden von uns als hervorragend beurteilt. Was uns besonders freut: Mehrere hervorragende Projekte wurden durch RealschülerInnen produziert. Wie immer stellte die Erstellung der Dokumentation mit klaren Formatierungsvorgaben (Inhaltsverzeichnis, Kopfzeile, Seitenzahl, Anhang und ein vorgeschriebener Aufbau usw.) die Schüler vor Probleme. Allerdings wurde die Erstellung von Dokumentationen schon vorher mehrfach eingeübt. Es war also nicht das erste Mal, dass die SchülerInnen diesen Auftrag nach rigiden Vorschriften erstellen mussten. Einen besonderen Wert setzten wir – anders als in früheren Projekten – auf die Sprache und die Rechtschreibung. Diesbezüglich ungenügende Dokumentationen konnten allerdings noch einmal überarbeitet werden (beinhaltete allerdings eine Osterarbeit).

Vielfältige Projekte

Joana und Joya bauten eine Lounge.
Enea und Davide bauten einen Motorradunterstand aus Metall.

Joana und Joya bauten eine Lounge für das Atrium unserer Schule. Enea und Davide schweissten einen Unterstand für 8 Motorräder, Tim und

Tim und Sascha bauten einen mittelalterlichen Tribok.
Sedef malte ein Stillleben
Luna kreirte mit ihrem Partner Dardan einen Salsatanz
Michelle schrieb einen Fantasy-Roman in Englisch.

Sascha konstruierten einen Tribok, der einen Gegenstand mindestens 10 Meter weit schleuderte. Michelle schrieb einen Fantasy-Roman auf Englisch, Sedef gestaltete ein Stillleben und Dardan und Luna lernten die Tanzart Salsa mit Youtube-Tutorials kennen und kreierten einen Tanz, den sie aufnahmen.

Es wurde viel genäht und gehäkelt. Eine eigene Sweatshirt-Kreation von Michelle und Jessica, Pferdeutensilien von Marla und Noelie oder neugestaltete Jacken aus dem Abfall von Leilani und Samira.

Jana und Mara kreierten eine 4-stöckige Wintertorte.

Imposant war die 4-stöckige Wintertorte von Jana und Mara oder die grosse Weltkugel-Torte von Selina und

Anspruchsvolle und sehr erfolgreich waren die selber programmierten und gestalteten Videogames von Davide und von Massimo. Daran hatten nicht zuletzt auch unsere Lehrer grosse Freude. Ein Superprojekt gelang den beiden Realschülern Surya und Dardan. Sie holten sich eine demolierte Stossstange eines Autos und renovierten sie nach aller Kunst wieder vollkommen neu.

Auch Recherchier-Arbeiten standen hoch im Kurs. Elise stellt die 5 Weltreligionen vor und führte ausgiebige Interviews mit allen Vertretern dieser Glaubensrichtungen. Luana und Irina machten einen Selbstversuch: Eine Woche ohne Handys und soziale Medien. Leonie und Lara entschieden sich für eine vollkommen vegane Woche. Eine weitere Lara schrieb einen Bericht über Ihren Grossvater in der portugiesischen Diktatur und dessen Kriegseinsatz in Moçambique.

Grundsätzlich aber stellen sich die organisierenden Lehrkräfte die wichtigste Frage: Was haben die SchülerInnen in diesem Projekt gelernt?

Abgeschlossen wurde das Projekt mit einer (coronakonformen) Ausstellung für die Eltern und Behörden.

Die Rückmeldungen der SchülerInnen waren besser als in den vergangenen Jahren. Bemängelt wurde die knappe Zeit und ab und zu die fehlende Betreuung von uns Lehrkräften.

Beim letzteren Vorwurf handelt es sich um eine Gratwanderung. Wie viel sollen wir Lehrkräfte helfen, wann sollen wir einschreiten? Und ab wann ist das Projekt nicht mehr ein eigenständiges Projekt, das mit den erworbenen Ressourcen der SchülerInnen durchgeführt wurde?

Grundsätzlich aber stellen sich die organisierenden Lehrkräfte die wichtigste Frage: Was haben die SchülerInnen in diesem Projekt gelernt? Eine ganze Menge, wie die Rückmeldungen zeigen. Zeiteinteilung, Fokussierung, Arbeitsteilung, mit Termindruck umgehen können, Dokumentation erstellen, Arbeitsjournal führen, Budget erstellen u. v. m.

Wertvolle Erkenntnisse

Und auch für uns Lehrkräfte bringt dieses Projekt wertvolle Erkenntnisse. So müssen sich die Werklehrkräfte die Frage gefallen lassen, weshalb viele SchülerInnen einfachste Holzverbindungen nicht mehr bewerkstelligen können, ohne die Lehrkräfte zu fragen. Die Deutschlehrer müssen – wieder einmal – zur Kenntnis nehmen, dass viele SchülerInnen nicht in der Lage sind, nach neun Schuljahren eine einigermassen anständige Produktbeschreibung sprachlich hinzukriegen und die Mathelehrer müssen wohl das Kapitel «Pläne und Massstab» noch einmal repetieren.

Wir sind gespannt, welche Ergebnisse und Entdeckungen wir in der nächsten PUSA-Runde machen können.

Christoph Schneeberger, Fabian Bütikofer, Alain Pichard

Unterlagen zu diesem Projekt können bestellt werden unter arkadi@bluemail.ch.

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