29. September 2022

BOLD: Kann man das Hirn trainieren?

BOLD steht für “Blog on Learning and Development” und wurde am 2. August 2016 von der Jacobs Foundation lanciert. Der Blog beschäftigt sich mit Fragen und Antworten rund um das Thema, wie sich Kinder und Jugendliche entwickeln und lernen. Forscher, Wissenschaftsjournalisten, politische Entscheidungsträger und Praktiker veröffentlichen auf der interaktiven Plattform BOLD ihre Erkenntnisse und Meinungen. Der Blog soll den interdisziplinären Austausch von Wissen anregen und die breite Diskussion unter Wissenschaftlern, Praktikern und der interessierten Öffentlichkeit entfachen. Natürlich vertritt die Jacobs Foundation völlig andere bildungspolitische Positionen als die Mehrheit unserer Leserinnen und Leser. Sie ist der Digitalisierung, der Individualisierung und dem Bildungsmonitoring verpflichtet. Und sie hat viel Geld zur Verfügung. Interessant sind Ihre aufwändig gemachten Filme zu verschiedensten Themen. Hier ein Beispiel:

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Im Spannungsfeld von Schule und Wirtschaft

Wenn es darum geht, den Zustand unseres Bildungswesens nach der Einführung der Kompetenzorientierung mit den Ansprüchen einer modernen demokratischen Gesellschaft zu vergleichen, dann kommt man an der kritischen Analyse von Jochen Krautz (Bergische Universität Wuppertal) nicht vorbei. Krautz zeigt auf, wie unsere Schule immer stärker in den Einflussbereich des wirtschaftlich Verwertbaren gerät, der die Menschen zu Humankapital reduziert. Diese Entwicklung, so folgert Krautz, ist nicht nur schädlich für die Qualität des Unterrichts und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie gefährdet letztendlich das Funktionieren unserer westlichen Demokratien.
“Ökonomisierung der Kindheit als Herausforderung für die Schule”: So lautet der Titel des Vortrags, den Prof. Dr. phil. Jochen Krautz am 30. Oktober 2019 in einer Veranstaltungsreihe des Vereins Ostschweizer Kinderärzte & Ostschweizer Kinderspital hielt und über den Urs Kalberer berichtet.

Die feine Art des Widerstands

Das Umsetzungskonzept zum Integrationsartikels des Kantons Bern in der Gemeinde Orpund wurde von einer nicht unterrichtenden Fachperson geschrieben, enthielt fünf Seiten, wurde von der Schulkommission abgesegnet und den Lehrkräften als Beschluss mitgeteilt (nicht zur Beschlussfassung, notabene). Die erste der fünf Seiten enthielt nur Abkürzungen und deren Erklärungen (insgesamt 22 Übersetzungen). Ein älterer Kollege verfasste daraufhin eine Stellungnahme, der im Kollegium zustimmendes Schmunzeln, beim Schulkommissionspräsidenten einen Lachanfall und bei den Integrationsfachleuten der Bildungsverwaltung betretenes Schweigen auslöste.

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