4. November 2026

10 Jahre Starke Schule beider Basel: Ermutigende Bildungspolitik mit starker Wirkung

Auch Condorcet-Autor Hans-Peter Amstutz reiht sich zum 10-jährigen Jubliäum der Starken Schule beider Basel in die Reihen der Gratulanten ein.

Hanspeter Amstutz:
Bild: Fabü

Im politischen Kampf sind die Lehrerorganisationen oft zu brav in ihren Positionsbezügen. Der LCH und viele kantonale Lehrergewerkschaften kritisieren zwar offensichtliche bildungspolitische Fehlentscheide, aber sie halten sich meist eine frühe Rückzugsmöglichkeit zum Einlenken bereit. Die berühmte Standardformulierung für diese Art von kritischen Stellungnahmen ist das mutlose„Ja, aber“ in Vernehmlassungen. Bildungspolitiker freuen sich über diese grundsätzliche Zustimmung und interpretieren diese ambivalente Haltung letztlich als Einverständnis der Lehrerverbände.

Pressemitteilungen der Starken Schule beider Basel schlagen da einen ganz anderen Ton an. Dieser mag einigen als zu laut und vielleicht als zu schroff ertönen, aber in der Bildungspolitik wird er wahrgenommen. Dies umso mehr, weil die SSbB nicht nur klare Stellungnahmen abgibt, sondern ebenso konsequent den bildungspolitischen Kampf auf allen Ebenen führt. Mancher praxisbezogene Bildungsvorstoss im Baselbieter Landrat und sogar Volksinitiativen haben ihren Ursprung in der kleinen kampferprobten Lehrerorganisation.

Was in vielen Kantonen nur hinter vorgehaltener Hand in den Lehrerzimmern diskutiert wird und schon gar nicht einen Weg in die Öffentlichkeit findet, wird in der Nordwestecke der Schweiz in aller Offenheit diskutiert.

Nur im Kanton Baselland gibt es neben dem Kompetenzgeschwurbel noch einen Stofflehrplan.

Es muss schon etwas ganz Besonderes sein, dass die Initiativen der Baselbieter Lehrerschaft weit über das Baselbiet hinaus grosse Beachtung finden. Was in vielen Kantonen nur hinter vorgehaltener Hand in den Lehrerzimmern diskutiert wird und schon gar nicht einen Weg in die Öffentlichkeit findet, wird in der Nordwestecke der Schweiz in aller Offenheit diskutiert. So wurde der neue Lehrplan mit seinem Schwall an Kompetenzzielen bei den meisten erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen kaum als Orientierungskompass für die Unterrichtspraxis gesehen. Dennoch kam offene Kritik mit konstruktiven Forderungen fast nur aus dem Baselbiet. Das muss und will ich als Zürcher neidlos anerkennen.

All das sind Gründe, weshalb es die Starke Schule beider Basel als verlässliche Organisation braucht. Deren Mut und Engagement verdienen grösste Anerkennung. Für eine aktuell doch ziemlich verunsicherte Lehrerschaft ist es ein Glücksfall, dass mit der SSbB eine standfeste Vereinigung den Weg für bedeutende schulpraktische Verbesserungen bahnt und bereit ist, auch längere Konflikte durchzustehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nach heftigen bildungspolitischen Auseinandersetzungen die auf Ausgleich bedachten Lehrerorganisationen mehr Gehör finden und zweckmässige Lösungen möglich sind. Doch ohne die unbequeme und zielstrebige Vorarbeit der SSbB wäre dies in manchen Fällen wohl nicht gelungen.

Liebe Starke Schule beider Basel, zu deinem zehnjährigen Jubiläum gratuliere ich dir herzlich und wünsche, dass dein leuchtendes Beispiel auch in den nächsten zehn Jahren die Lehrerschaft ermutigt.

Hanspeter Amstutz

 

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