Solothurner Regierung: Der Lehrmittelverlag ist schuld!

Nicole Hirt, Lehrerin und Kantonsrätin der GLP, war eine der ersten Kritikerinnen der Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts der Passepartout-Lehrmittel. Ihre erneute Kritik: mit der Antwort der Solothurner Regierung auf eine Interpellation zu den schlechten Evaluationsergebnissen des umstrittenen Lehrmittels werde die Verantwortung einfach abgeschoben.

Wer übernimmt die Verantwortung? BIld: AdobeStock
Nicole Hirt, Kantonsrätin der GLP-Solothurn: Zur Debatte steht nicht einfach ein missratenes Lehrmittel.
Antwort des Regierungsrats

 

 

Die Antwort der Solothurnischen Regierung ist vielsagend. Sie schiebt die ganze Verantwortung auf den Lehrmittelverlag ab. Kein Wort davon, wie willfährig die Bildungsdirektionen der Passepartout-Kantone diese Mehrsprachendidaktik übernommen haben, auf welch wackligen wissenschaftlichen Füssen die Einführung des Frühfranzösisch erfolgte (siehe Beitrag Berthele auf dem Condorcet-Blog) und wie fahrlässig alle Warnungen und Erkenntnisse in den Wind geschlagen wurden.

Dabei ist eines klar: Zur Debatte steht nicht nur einfach ein missratenes Lehrmittel. Diskutiert werden muss auch die ganze Didaktik dahinter und der eigentliche “Sündenfall”: die Vorverlegung des Französischunterrichts. Immerhin eine Investition von 100 Millionen Franken!

Nicole Hirt

Verwandte Artikel

Desaströse Ergebnisse in den USA

Die NAEP ist so etwas wie der Urs Moser der USA. Und ihre Tests entsprechen in etwa unseren ÜGKs (Überprüfung der Grundkompetenzen), deren Ergebnisse die Schweiz im Mai dieses Jahres durchgeschüttelt haben. Hüben wie drüben scheinen sich die Hiobsbotschaften betreffend der Bildungsergebnisse zu häufen. Diane Ravitch überrascht dies nicht. Genauso wenig überraschend ist, wie die US-amerikanische Bildungsministerin Betsy de Vos darauf reagiert! Der neueste Beitrag aus dem Diane Ravitch-Blog wurde von Alain Pichard übersetzt.

Corona-Mathe: 50 / 100.000 oder 60 / 100.000

Professor Hans-Jürgen Bandelt hat die Condorcet-Gemeinschaft bereits mit einem klimawandelskeptischen Beitrag auf Trab gebracht. In diesem Artikel verlangt er solide mathematische Kenntnisse im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und plädiert für das Lernziel Denken.

1 Kommentar

  1. Machen wir es wiederum kurz: Das Wort “Verantwortung” kennen weder Politiker noch Manager. Dafür verstehen und formulieren sie “Blablabla”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.