Jg 1955, Biel, seit 42 Jahren Real- und Sekundarlehrer, vorwiegend an Brennpunktschulen in Biel, Mitinitatior des Memorandums «550gegen550», Mitherausgeber des «Einspruch», Gründer des «Lehrlings-und Migrantentheaters «TheaterzoneBiel», Gewerkschafter, Mitglied der GLP.
Thomas Brussig fordert in einem bemerkenswerten Beitrag in der Süddeutschen Zeitung, dass man in Zeiten der Pandemie mehr Diktatur wagen sollte. Ein Doppelsalto weg vom berühmten Spruch von Willy Brandt, der 1969 in seiner Regierungserklärung meinte, man solle mehr Demokratie wagen. Natürlich sieht der Condorcet-Blog hier auch interessante Perspektiven für die Bildungsbürokratie!
Zum Wochenbeginn haben wir uns ein herrliches Zitat aus dem Lehrplan 21 ausgesucht. Es ist das Kompetenzziel 3. A.
Ein Kommentar
Die zwei grossen Elephanten im bildungspolitischen Raum der Schweiz sind der Lehrplan 21 und der immer noch fest verankerte Bildungsföderalsmus.
Die Apologeten des LP 21 erklären sich in diesen Tagen wortreich: grosser Anteil an bildungsfernen ausländischen Kindern und trotz Digitalisierungskompetenz ein Fallieren am PC, wenn es um die Lösung von PISA-Fragestellungen geht. Als würden Länder, die besser abgeschnitten haben, nicht mit den gleichen Problemen kämpfen.
Nur mal fünf von fast 600 Passagen im LP 21 betreffen das Lesen, was per se verräterisch ist. Dort gefordert ist keine Leseexcellenz, sondern blosse Grundfertigkeiten (sic). Und über diese Grundsfertigkeiten muss man nur noch reflektieren können, mehr nicht (sic).
Und um noch etwas Semantik zu betreiben: es geht ja um einen Lehrplan und nicht um einen Lernplan, also Zielsetzungen für das Lehrpersonal und nicht für die Schüler und Schülerinnen.
Und die Vorsteherin der kantonalen Bildungsdirektorenkonferenz bringt es im heutigen Samstagsinterview beim Staatssender unfreiwillig auf den anderen Punkt. Die besser abschneidenden Länder haben einen Bildungszentralismus und keinen Bildungsföderalismus. Darüber sollte es ebenfalls mal eine Diskussion geführt werden.
Lasst uns das Kind beim Namen nennen: der LP 21 ist historisch gesehen halt ein Lehrplan 68 – wir fahren jetzt die Ernte aus Summerhill ein.
Die zwei grossen Elephanten im bildungspolitischen Raum der Schweiz sind der Lehrplan 21 und der immer noch fest verankerte Bildungsföderalsmus.
Die Apologeten des LP 21 erklären sich in diesen Tagen wortreich: grosser Anteil an bildungsfernen ausländischen Kindern und trotz Digitalisierungskompetenz ein Fallieren am PC, wenn es um die Lösung von PISA-Fragestellungen geht. Als würden Länder, die besser abgeschnitten haben, nicht mit den gleichen Problemen kämpfen.
Nur mal fünf von fast 600 Passagen im LP 21 betreffen das Lesen, was per se verräterisch ist. Dort gefordert ist keine Leseexcellenz, sondern blosse Grundfertigkeiten (sic). Und über diese Grundsfertigkeiten muss man nur noch reflektieren können, mehr nicht (sic).
Und um noch etwas Semantik zu betreiben: es geht ja um einen Lehrplan und nicht um einen Lernplan, also Zielsetzungen für das Lehrpersonal und nicht für die Schüler und Schülerinnen.
Und die Vorsteherin der kantonalen Bildungsdirektorenkonferenz bringt es im heutigen Samstagsinterview beim Staatssender unfreiwillig auf den anderen Punkt. Die besser abschneidenden Länder haben einen Bildungszentralismus und keinen Bildungsföderalismus. Darüber sollte es ebenfalls mal eine Diskussion geführt werden.
Lasst uns das Kind beim Namen nennen: der LP 21 ist historisch gesehen halt ein Lehrplan 68 – wir fahren jetzt die Ernte aus Summerhill ein.