Vor fünfzig Jahren, am 5. Dezember 1973, hat sich Hans Peter Tschudi nach vierzehn sehr erfolgreichen Jahren im Bundesrat von der Vereinigten Bundesversammlung verabschiedet. Gewählt worden war der Basler Regierungsrat und Ständerat als «wilder» Kandidat am 17. Dezember 1959. Der 46-jährige Basler Sozialdemokrat setzte neue Massstäbe. Der Professor für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht erhielt mit dem Departement des Innern (EDI) eine Schlüsselstellung in der Landesregierung. Worüber man aber weniger weiss, ist die Tatsache, dass Tschudi auch in der Bildung starke Spuren hinterliess. Der Historiker Charles Stirnimann hat dem ersten Basler Bundesrat in einem Beitrag der bz eine Würdigung erwiesen. Wir veröffentlichen hier eine gekürzte Version, welche den Bildungspolitiker Tschudi und seinen bemerkenswerten Werdegang in den Mittelpunkt rückt.
Wie ich verstanden habe, ist es eines der Ziele von Condorcet das alte Links-Rechts-Schema hinter sich zu bringen, weil vereinte kritische Kräfte aus allen Perspektiven viel “schlagkräftiger” sind. Politische Schlagabtausche und Scharmützel führen nicht zum Ziel.
Die Forderung nach einer “echten” Lehrergewerkschaft ist demzufolge ein Anachronismus und nicht mehr zeitgemäss. Die Verhältnisse in Basel sind ein gutes Beispiel, wie die Spaltung in Links und Rechts von der Exekutive zu ihrem Vorteil benutzt werden kann (divide et impera).
Die Volksschule ist politisch neutral, weil sie für alle offen sein muss. Auch die Lehrerverbände sollten sich in erster Linie auf die Sache, die brennenden Schulfragen, konzentrieren.
Ziel des Condorcet-Blogs ist nicht, das alte Links-Rechts-Schema hinter sich zu bringen. Ein Ziel ist, dass rechte, konservative, liberale und linke Persönlichkeiten auf der Condorcet-Plattform ihre Meinungen austauschen, einander zuhören, argumentieren und andere Meinungen als Horizonterweiterung begreifen.
Der Unterricht in der Volksschule mag zwar politisch neutral gedacht sein, die Bildungspolitik ist es nicht. Hier sind Interessen im Spiel. Und es ist in einem demokratischen System legitim, diese Interessen auch zu vertreten. Die Gewerkschaften sind hier ein wichtiger Teil des Check-and-Balance-Systems. Das können sie aber nicht sein, wenn – wie im Fall Basel-Stadt – ihre Führung mit der Exekutive verbandelt ist und damit Interessenkonflikte zudeckt.