Wie die SVP die Volksschule umbauen will
Verpflichtender Sprachunterricht, Obergrenze für Ausländer pro Klasse, weniger “woke”
Die Bildungspolitik erlebt bereits jetzt den Hauch eines wertkonservativen Backlashs. Die Volkspartei stellt in einem neuen Papier jedoch weitergehende Forderungen auf. Dieser Beitrag ist zuerst in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erschienen. Die Redaktion des Condorcet-Blogs hat sich lange überlegt, ob sie diesen Beitrag veröffentlichen will. Zwar enthält das Bildungspapier der SVP durchaus diskussionswürdige Forderungen, ist aber – wie es Masterpläne so in sich haben – in Teilen unrealistisch und mit der entgegengesetzten Wunschprosa durchsetzt, wie sie in den Aussagen ähnlicher Manifest der Bildungsnomenklatura vorkommen. Als Diskursblog wollen wird den Faden aufnehmen und in den nächsten Tagen weitere Reaktionen zu diesem Bildungskonzept veröffentlichen.
Max Frisch und sein "Wilhelm Tell"
An der Schweiz leiden
Vor knapp fünfzig Jahren erschien «Wilhelm Tell für die Schule». Darin schuf der Schriftsteller ein Bild der Schweiz, das die politischen Diskussionen bis heute prägt. Ein Beitrag von Oliver Zimmer, der erstmals vor fünf Jahren im “Magazin” des “Tages-Anzeiger” erschienen ist, jedoch zeitlos lesenswert ist.
Berufsbildung in der Schweiz
Förderung der Berufsbildung in Europa mit dem Schweizer-Berufsbildungssystem
In 10 Ländern der Europäischen Union ist jede/r vierte bis fünfte Jugendliche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren arbeitslos. Im EU-Durchschnitt der 27 Länder sind es knapp 15% oder jede/r siebte. Hält diese Situation mehrere Jahre an, kann aus der Problematik sozialer Sprengstoff erwachsen. In einigen dieser Länder spricht man von der Sorge um eine “verlorene Generation”, welche ohne Perspektiven heranwächst.
Chancengerechtigkeit
Bietet die Schule allen eine gerechte Chance?
In den ersten Monaten 2024 häuften sich in den Medien die Klagen über das ungerechte Schulsystem der Schweiz. Zuletzt zitiert das Basler Schulblatt den PH-Dozenten Markus Neuenschwander: “… es ist ungerecht, wenn die soziale Herkunft die Leistung mitbestimmt…” (1) Als Vorbild werden die skandinavischen Länder genannt, die mit ihrer Bildungspolitik mehr Chancengerechtigkeit bewirken könnten. Wer die Abschaffung der Selektion begrüsst, müsste sicherstellen, dass man sich damit nicht mehr Nachteile als Vorteile einhandelt. Insbesondere sollte gewährleistet sein, dass die immer noch beachtlich gute Leistungsbilanz der Schweizer Schulen erhalten bleibt, analysiert Condorcet-Autor Felix Schmutz.
Studie über Bildungsausgaben
Mehr Geld, aber nicht mehr Qualität im Bildungssystem
Condorcet-Autor Alain Pichard hat die Politik des “Immer-Mehr” stets kritisch beurteilt. Seiner Meinung nach müssten die Investitionen auch eine Wirkung erzeugen, vor allem, wenn sie fast ungebremst wachsen. Nun hat eine neue Studie des IWP (Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik) seine Befürchtungen bestätigt. Die Quintessenz: Mehr Geld führt nicht immer zu mehr Bildungsqualität.
