5. Januar 2026

Blog

Es bleibt beim Anspruch ohne Grundlage

Condorcet-Autorin Christine Staehelin reagiert auf den Artikel ““Der akademische Abschluss wird künftig weniger wert sein” (2.1.26) in welchem wieder einmal gefordert wird, anstatt Wissen mehr Denkkompetenzen zu lehren. Nur, was sind Denkkompetenzen, und wie soll man sich diese erwerben?

Stärkung des Kaders an Volksschulen – oder: Erweiterung der Führungskompetenz

Im Gegensatz zu den Berufsfachschulen und den Gymnasien, die seit Jahrzehnten geführte Bildungs-institutionen sind, entstanden die so genannten «Geleiteten Volksschulen» erst in den 1990er Jahren. Heute – gut 30 Jahre später – stehen an den meisten Volksschulen Co-Leitungen an der Spitze resp. in der obersten und einzigen Hierarchiestufe. Sie sind die vorgesetzten Stellen von einem meist grossen und zahlenmässig wachsenden Kollegium. Wegen der zunehmend breiteren Führungsspanne und dem Risiko, die «Bodenhaftung» zu verlieren, beginnen erste Schulleitungen im Kontext ihrer Organisationsentwicklung, eine zweite Führungsebene einzurichten, um mehr Professionalität zu erreichen. Unser Organisationsexperte und Condorcet-Autor Niklaus Gerber beschreibt diese Entwicklung und zeigt, wie sie erfolgreich sein kann.

“Der akademische Abschluss wird künftig weniger wert sein”

Künstliche Intelligenz, Informationsflut, technische Quantensprünge (und Probleme wie der Klimawandel): Das Bildungssystem steht vor grundlegenden Herausforderungen. Der Stifterverband hat jetzt ein neues “Future-Skills”-Framework vorgelegt und beschreibt darin, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler künftig brauchen, um in einer Welt im schnellen Wandel handlungsfähig zu bleiben. Der Anspruch ist hoch: Schule soll nicht länger primär Wissen vermitteln, sondern Denk-, Urteils- und Handlungskompetenzen systematisch stärken. Der Zukunftsforscher Hartwin Maas sagt in einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” drastische Umbrüche voraus. Die Bildungs-Plattform “News4teachers” hat den Beitrag redaktionell bearbeitet und angereichert.

“Das Schwierigste ist der Entschluss zu handeln, der Rest ist nur Hartnäckigkeit.”

Die Redaktion des Condorcet-Blogs dankt unseren Autorinnen und Autoren, über 50 an der Zahl, und den monatlich 8000 Leserinnen und Lesern für ihre Inputs, ihre geistreichen Einwürfe, vor allem aber für ihre Standfestigkeit.

Die stille Kraft der Werktagsfreude

Klagen gilt als kritisch, Zufriedenheit als bequem. Ein Neujahrsgedanke des Stanser Buchhändlers Josef von Matt stellt diese Gleichung infrage – und plä-diert für eine stille, widerständige Form von Wachheit: die Werktagsfreude. Condorcet-Autor Carl Bossard erinnert damit an ein bedeutsames Elixier im strengen Schulalltag – so etwas wie ein Neujahrswunsch der anderen Art.

Wenn ein “Wir-Gefühl” Abhängigkeit erzeugt

Bildungsinstitutionen scheinen nach wie vor Angebote, die Teamentwicklung versprechen, gerne anzunehmen. Versprochen wird die Verbesserung der Zusammenarbeit und der Kommunikation untereinander, die friedliche Lösung von Konflikten, das gezielte Hinarbeiten auf selbst gesteckte oder vorgegebene Ziele. Condorcet-Autor Felix Schmutz setzt hier ein Fragezeichen, ein grosses!

“Wir erleben jetzt in der Praxis die erste große Welle von diesen Kindern”

Viele Kleinkinder zeigen Autismus-ähnliche Symptome. Doch oft liegt die Ursache nicht in einer Erkrankung, sondern im Wohnzimmer. Kinderärztin Katrin Klöpper warnt in einem Interview mit der WELT vor Dauerbeschallung durch Bildschirme – und erklärt, was schon zwei medienfreie Wochen verändern können.

Schule 2040+ – SmartLearn.CH und LearnEarn+

Wie werden Schule und Unterricht im übernächsten Jahrzehnt aussehen? Lernen ohne Anstrengung? Denken ohne Tiefe? Wissenserwerb ohne Widerstand? Zweiminütige Lektionen? Benjamin Hänni wagt einen Blick in die Zukunft, der verunsichert: Ist das Satire oder wird das doch Realität werden?

Fördern und fordern – warum Selektion kein Bildungsversagen ist

Knapp und präzis wie immer reagiert der Sekundarlehrer und Condorcet-Autor Urs Kalberer auf einen Artikel, der im Elternmagazin “Fritz und Fränzi” erschienen ist. Er mahnt die Realitäten nicht auszublenden.

Als der LVB durch eine Nein-Parole in Ungnade fiel

Durch verschiedene Grossreformen wurde die Volksschule in den vergangenen 15 bis 20 Jahren weitreichend umgestaltet. Eine breite Allianz aus Politik, Verwaltung, Forschung, Verbänden und vielen Medien trieb sämtliche Umwälzungen unbeirrt und scheinbar alternativlos voran. Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) war der einzige kantonale Lehrpersonenverband, der es wagte, eine Nein-Parole zu den Konkordaten HarmoS und Sonderpädagogik auszugeben – weil er nicht überzeugt war von den damit verbundenen Versprechungen. Dieser Tabubruch hatte für den LVB weitreichende Folgen: Es kam zu einer Austrittswelle, Anfeindungen gegen die Verbandsspitze und einem grossen personellen Umbruch. Roger von Wartburg blickt zurück und stellt fest, dass heute von links bis rechts Positionen vertreten werden, die jenen des LVB aus dem Jahr 2010 ähneln.