Zitat der Woche: Hannah Arendt

Hannah Arendt diagnostizierte die Einsamkeit und Isolation der Menschen als Bedingung dafür, dass totalitäre Herrschaft überhaupt Akzeptanz und Zuspruch gewinnt. Für den Durchschnittsmenschen ist oft nichts schwerer zu ertragen als das Gefühl, keiner größeren Gruppe zuzugehören. Selbst wenn man einer Ansicht eher kritisch gegenübersteht, zieht man es doch oft vor, ihr nicht zu widersprechen, sobald man dadurch riskiert, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Man konnte, wie Erich Fromm 1941 in „Die Furcht vor der Freiheit“ schrieb, damals beobachten, wie vielfach auch Menschen, die keine Nazis waren, den Nazismus gegen Kritik verteidigten, weil sie das Gefühl hatten, dass ein Angriff auf den Nazismus ein Angriff auf Deutschland war.

 

Die Grunderfahrung menschlichen Zusammenseins, die in totalitärer Herrschaft politisch realisiert wird, ist die Erfahrung der Verlassenheit.

Hannah Arendt 1951 in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“.

 

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

KV Reform: Endlich! Vertreter der Basis nehmen Stellung

Der Nebelspalter hat in einer vierteiligen Serie die Geschichte der KV-Reform aufgearbeitet. Und schliesslich ist es dem Nebelspalter-Journalisten Sebastian Briellmann gelungen, auch noch Vertreter der Basis zu einem Kommentar zu bewegen. Nebelspalter-Redaktion und die beiden Vorstandsmitglieder des ZLB, Konrad Kuoni und Michael Pesaro haben uns diese Stellungnahme freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Der Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel: Heute – Enrichment!

In diesem Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel geht es um die “Begabtenförderung” bzw. um das, was man offenbar neuerdings dafür hält. Das neue Zauberwort lautet “Enrichment”, schon gewusst? Das klingt doch allein schon gut, weil es aus dem Englischen kommt und ihm nicht der Mief eines deutschen Gymnasiums wie in der “Feuerzangenbowle” anhaftet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert