31. August 2026

Zitat der Woche: Hannah Arendt

Hannah Arendt diagnostizierte die Einsamkeit und Isolation der Menschen als Bedingung dafür, dass totalitäre Herrschaft überhaupt Akzeptanz und Zuspruch gewinnt. Für den Durchschnittsmenschen ist oft nichts schwerer zu ertragen als das Gefühl, keiner größeren Gruppe zuzugehören. Selbst wenn man einer Ansicht eher kritisch gegenübersteht, zieht man es doch oft vor, ihr nicht zu widersprechen, sobald man dadurch riskiert, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Man konnte, wie Erich Fromm 1941 in „Die Furcht vor der Freiheit“ schrieb, damals beobachten, wie vielfach auch Menschen, die keine Nazis waren, den Nazismus gegen Kritik verteidigten, weil sie das Gefühl hatten, dass ein Angriff auf den Nazismus ein Angriff auf Deutschland war.

 

Die Grunderfahrung menschlichen Zusammenseins, die in totalitärer Herrschaft politisch realisiert wird, ist die Erfahrung der Verlassenheit.

Hannah Arendt 1951 in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“.

 

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Condorcet-Autor Roland Stark, ehemaliger Partei- und Grossratspräsident der SP-Basel, war lange Jahre Kolumnenschreiber in der BAZ. Der Condorcet-Blog konnte davon profitieren, wenn der ehemalige Heilpädagoge Roland Stark hin und wieder über Bildung schrieb. Nun wurde er – mangels Klicks – aussortiert. Wir veröffentlichen hier seine letzte Kolumne in der BAZ, natürlich in der Hoffnung, dass er nun vermehrt für unseren Blog schreiben wird. Sein Beitrag hat zwar mehr mit dem heutigen Journalismus und den Medien als mit der Bildung zu tun. Die Redaktion hat sich dazu entschlossen, diesen Text dennoch zu veröffentlichen. Ein Grund ist natürlich, dass auch wir vom Condorcet-Blog uns diesem Druck von Klicks nicht ganz verschliessen können.

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