Veranstaltungstipp

Wozu Geschichte in dürftiger Zeit?

Gerne macht die Redaktion unsere Leserinnen und Lesern auf ein Referat von Professor Mario Andreotti aufmerksam, das am 21. März in Solothurn gehalten wird. Über die Entwertung des Geschichtsunterrichts haben wir in unserem Blog schon einige Beiträge veröffentlicht, unter anderem auch von Herrn Andreotti.

Geschichte am Klosterplatz 7

 Donnerstag, 21.März 2024, 18.30 Uhr

 Kabinett für sentimentale Trivialliteratur

 Klosterplatz 7, 4500 Solothurn

 Eintritt frei, Kollekte

 

Wozu Geschichte in dürftiger Zeit?

Die schleichende Entwertung eines Fachs und ihre Folgen

Henry Dunant? Nie gehört. Tagsatzung? Keine Ahnung. Ulrich Wille? Vielleicht ein Forscher oder etwa der Gründer der Migros? Die Geschichtskenntnisse unserer Jugendlichen nehmen drastisch ab, so dass vielen von ihnen wichtigste historische Ereignisse nicht oder nur noch bruchstückhaft bekannt sind. Daran ist unser Bildungssystem nicht unschuldig, kommt doch das Fach Geschichte an den meisten Schulen zu kurz.

In meinem Vortrag gehe ich zunächst auf die Frage ein, ob es in einer Zeit, die uns mit ihren eigenen Problemen schon voll in Anspruch nimmt, noch angebracht ist, sich mit der Vergangenheit zu befassen. Danach werde ich einige zentrale Gründe nennen, warum Geschichte und Geschichtsunterricht, unter anderem im Zuge der Schulreformen, zunehmend abgewertet wurden. Schliesslich wird aufzuzeigen sein, dass es dringend geboten ist, das Fach Geschichte aufzuwerten, und wie dies gelingen kann.

Lehrpersonen, Eltern und Interessierte sind zum Vortrag herzlich eingeladen.

 

Referent:

Prof. Dr. Mario Andreotti

Germanist und Historiker, ehem. Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter für Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität St. Gallen. Heute Fachreferent in der Weiterbildung der Lehrkräfte an höheren Schulen und Leiter von Literaturseminaren. Mitglied der Jurys für den Bodensee-Literaturpreis und für den Ravicini-Preis, Solothurn. In seinem vielbeachteten Buch Eine Kultur schafft sich ab. Beiträge zu Bildung und Sprache (Verlag FormatOst 2019) befasst er sich u.a. mit der Abwertung der Geschichte und ihren Folgen. mario.andreotti@hispeed.ch

 

 

 

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Universitäre Deutschkurse für Deutschlehrer!

Das Undenkbare wird Realität. Selbst Studierende mit eidgenössisch anerkannter Maturität beherrschen die Grundelemente der deutschen Sprache nicht mehr. Hochschulen bieten Kurse an. Eine Suche nach möglichen Gründen von Condorcet-Autor Carl Bossard

Abschaffung der Frühstunden an der Volksschule – oder: Das Schlafdefizitproblem

Die rhetorische Frage sei erlaubt: Schrauben Volksschulen wohl am richtigen Ort, wenn sie die morgendliche Unterrichtszeit für ihre Schüler später ansetzen und in den Vormittag verlegen? Es darf vermutet werden, dass der Schlafmangel und die Folgen im Unterricht nicht primär beim biologischen Rhythmus resp. den pubertären Veränderungen, sondern beim nächtlichen Smartphonekonsum liegen. Hier einen Fokus zu setzen und das digitale Verhalten der Kinder zu analysieren, müsste Priorität erhalten; und zwar im Elternhaus. Wir bringen einen Beitrag von Condorcet-Autor Niklaus Gerber

1 Kommentar

  1. Ein interessanter Geschichtsunterricht müsste auch, je nach Stufe, die Methoden der Geschichtswissenschaft thematisieren. Als Beispiel eine einfache Frage, die ich bis heute nicht beantworten kann: Wie weiss man, dass Julius Cäsar an den Iden des März, also am 15. März 44 v.Chr. ermordet wurde? Wie konnte dieses Datum rekonstruiert werden, das ja dem heutigen Kalender entspricht und vom Jahr 0 oder 1 zurück gerechnet werden musste? Zudem wurde der damalige Kalender zweimal geändert, das erste Mal von Julius Cäsar selbst (Julianischer Kalender).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert