24. April 2024
Der wöchentliche Primsatz

Wir müssen handeln

Es gibt Sätze, die eigentlich nur zum Maulstopfen taugen. Sogenannte Primsätze, unteilbar. Im Unterschied zu den Primzahlen wären sie schon zu zersetzen. Allerdings lohnt sich der Aufwand selten. Ein nicht geringer Teil der «Primsätze» nämlich sind und bleiben Floskeln. Und diese fallen besonders häufig in den Bildungsdebatten. Unsere neue Rubrik stellt Ihnen regelmässig solche Sätze vor. Den Anfang macht Lucius Hartmann, Präsident der Schweizer Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

Präsident der Schweizer Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

Es ist unbestritten, dass es einen neuen Lehrplan braucht. Das, was heute gilt, stammt aus dem Jahr 1994.

Sonntagszeitung, 18.2.24

 

 

 

Wir ziehen den Hut! So viel Rationalität und Plausibilität verpackt in einer Jahreszahl überzeugt jeden. Es ist auch einfacher zu verstehen, als die rund 400 Seiten an Begründungen, die die erste Version des Rahmenlehrplans der Schweizer Gymnasien beinhaltete. Immerhin konnte man das neue Beglückungsprogramm der EDK auf 130 Seiten herunterhandeln.

Verwandte Artikel

«Schau, dies ist unsere Welt!» – Hannah Arendt für die Schule

Aus der Leidenschaft für die Welt entstünde die Leidenschaft fürs Pädagogische, meinte die Politphilosophin Hannah Arendt. Diese humane Energie kann schulisch viel bewirken. Sie generiert eine Haltung jenseits der Erledigungsmentalität. Eine et-was verspätete, aber veralterungsresistente Referenz zu Beginn des neuen Schuljah-res, formuliert von Condorcet-Autor Carl Bossard.

Die Krux mit den Studien: Diesmal – die Sorge um die Generation Alpha

Rüdiger Maas, 42 deutscher Psychologe hat das Verhalten der Eltern-Generation der Millenials und ihrer Kinder, der Generation Alpha untersucht. Zu behütet, sozial auffällig und sprachlich defizitär: Die Studie zeichnet ein erschreckendes Bild der unter 10-Jährigen. Condorcet-Autor Alain Pichard hinterfragt die Methodik der Studie und kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier wieder einmal ein neuer Erregungsvorschlag in einer sonst schon dystopischen Stimmung betrieben wird.

Ein Kommentar

  1. Unsere Vorfahren haben es nicht gecheckt. Das waren alles «Tubels». So zumindest scheint der heutige Grundsatz zu sein. Nur das Neue scheint richtig zu sein. Im Bezug auf den Lehrplan 21 haben wir das bereits umfassend erlebt – schade, dass es auf Gymistufe auch so gesehen wird. Wir bräuchten mehr antiquarisches oder «brockhäusersches» Denken im Bildungswesen. Die grossen Bildungsdefizite unserer Kinder hätten uns doch längst die Augen öffnen sollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert