14. März 2026
Der wöchentliche Primsatz

Wir müssen handeln

Es gibt Sätze, die eigentlich nur zum Maulstopfen taugen. Sogenannte Primsätze, unteilbar. Im Unterschied zu den Primzahlen wären sie schon zu zersetzen. Allerdings lohnt sich der Aufwand selten. Ein nicht geringer Teil der «Primsätze» nämlich sind und bleiben Floskeln. Und diese fallen besonders häufig in den Bildungsdebatten. Unsere neue Rubrik stellt Ihnen regelmässig solche Sätze vor. Den Anfang macht Lucius Hartmann, Präsident der Schweizer Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

Präsident der Schweizer Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

Es ist unbestritten, dass es einen neuen Lehrplan braucht. Das, was heute gilt, stammt aus dem Jahr 1994.

Sonntagszeitung, 18.2.24

 

 

 

Wir ziehen den Hut! So viel Rationalität und Plausibilität verpackt in einer Jahreszahl überzeugt jeden. Es ist auch einfacher zu verstehen, als die rund 400 Seiten an Begründungen, die die erste Version des Rahmenlehrplans der Schweizer Gymnasien beinhaltete. Immerhin konnte man das neue Beglückungsprogramm der EDK auf 130 Seiten herunterhandeln.

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Als der LVB durch eine Nein-Parole in Ungnade fiel

Durch verschiedene Grossreformen wurde die Volksschule in den vergangenen 15 bis 20 Jahren weitreichend umgestaltet. Eine breite Allianz aus Politik, Verwaltung, Forschung, Verbänden und vielen Medien trieb sämtliche Umwälzungen unbeirrt und scheinbar alternativlos voran. Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) war der einzige kantonale Lehrpersonenverband, der es wagte, eine Nein-Parole zu den Konkordaten HarmoS und Sonderpädagogik auszugeben – weil er nicht überzeugt war von den damit verbundenen Versprechungen. Dieser Tabubruch hatte für den LVB weitreichende Folgen: Es kam zu einer Austrittswelle, Anfeindungen gegen die Verbandsspitze und einem grossen personellen Umbruch. Roger von Wartburg blickt zurück und stellt fest, dass heute von links bis rechts Positionen vertreten werden, die jenen des LVB aus dem Jahr 2010 ähneln.

Ein Kommentar

  1. Unsere Vorfahren haben es nicht gecheckt. Das waren alles «Tubels». So zumindest scheint der heutige Grundsatz zu sein. Nur das Neue scheint richtig zu sein. Im Bezug auf den Lehrplan 21 haben wir das bereits umfassend erlebt – schade, dass es auf Gymistufe auch so gesehen wird. Wir bräuchten mehr antiquarisches oder «brockhäusersches» Denken im Bildungswesen. Die grossen Bildungsdefizite unserer Kinder hätten uns doch längst die Augen öffnen sollen.

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