28. Februar 2024

Lehrkräfte als Kinohelden oder Deppen der Nation – Die Bildung im Kino: Heute Daniel Goepferts Empfehlung

Den Reigen der Filmtipps in unserer Serie “Bildung im Kino” beginnt Condorcet-Autor Daniel Goepfert, der auch Mitglied unserer Redaktion ist.

Daniel Goepfert, Basel

Film 1: Bad Teacher

 

Wer eine hochstehende Komödie mit witzigen oder gar tiefsinnige Wortwechseln erwartet, wird hier nicht fündig. Es handelt sich um eine Blödelkomödie, in der Cameron Diaz eine Aushilfelehrerin spielt, die mit ihrem Lohn eine Brustvergrösserung finanzieren will. Mit dieser soll das Herz (oder was auch immer) eines reichen Schnösels erobert werden. Als dieser unter dem Einfluss seiner Mutter das Weite sucht, muss unsere Heldin, die sehr wenig Heldin ist, ein ganzes Pensum übernehmen. Dieses bestreitet sie, indem sie Filme zeigt und dabei oft schläft. Eines Tags erfährt sie aber, dass die Klasse mit der besten Durchschnittsnote in der Abschlussprüfung eine Auszeichnung und ihre Lehrkraft eine substantielle Belohnung erhält…

Film 2: Entre les murs / Die Klasse

Ein beklemmender, aufwühlender und wunderschöner Film. Im XX. Arrondissement am Rand der Stadt Paris kämpft der Lehrer François gegen den Widerstand seiner Schüler*innen und stürzt sich dabei in anstrengende Wortduelle. Er will Bildung vermitteln, wehrt sich dabei gegen die Resignation, die sich im Lehrkräftezimmer breitmacht und gibt nicht auf. Die Darstellerinnen und Darsteller sind Laienschauspieler*innen.

Film 3 Dead Poets Society / Club der toten Dichter

Guter Unterricht als Ausnahmezustand. Mit diesem Film gehen wir zurück in die 50er Jahre, in ein strenges Internat, in dem die Schüler für eine Eliteuniversität fit gemacht werden sollen. Der junge Lehrer John Keating versucht, sie zu eigenem Denken anzuregen und für die Poesie zu begeistern. Die Schüler erfahren, dass Keating, als er selbst Schüler war, den „Club der toten Dichter“ gründete. Im Wald nahe der Schule wurde gefühlsbetonte Poesie gefeiert. Die Schüler machen es ihm nach, bald wird aber sie die Realität einholen, respektive der übermächtige Druck von Eltern und Lehrern. Robbie Williams spielt die Rolle des Lehrers ausgezeichnet. Der Film selbst ist zum Glück heute nicht mehr aktuell. Lehrkräfte, die den Film sahen, erkennt man daran, dass sie auf den Tisch steigen, um ein Gedicht zu rezitieren oder dafür in die Natur gehen.

Daniel Goepfert

Verwandte Artikel

Der erste Beitrag aus dem Blog von Diane Ravitch: Der Sinn der öffentlichen Schule

John Merrow ist ein US-amerikanischer Rundfunkjournalist, der in den 70er Jahren über Bildungsfragen berichtete. Er war der Ausbildungskorrespondent für das PBS NewsHour-Programm. In einem Beitrag im «Diane Ravitch’s blog» macht er sich Gedanken über den Sinn öffentlicher Schulen. Ein Sinn, der durch vierzig Jahre standardisierter Tests als Maßstab für den Schulerfolg, völlig korrumpiert wurde.

Aescher Schulleitung verschickt sensible Daten in einem Massenmail

Namen, Geburtsdaten und Ergebnisse von testpsychologischen Abklärungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland (KJP BL) gehören zu den sensiblen Daten, die eine spezielle Vertraulichkeit geniessen. Die Schulleitung der Sekundarschule Aesch sieht das offensichtlich nicht so eng: In einem Mail an alle Lehrpersonen verschickt ein Schulleitungsmitglied knapp zwei Dutzend Dokumente mit hochsensiblen Daten von Schüler/-innen. Jürg Wiedemann von der Starken Schule beider Basel beschreibt den Vorgang.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert