Namensstreit um Kleinklassen

Hanspeter Amstutz wundert sich über den Artikel der beiden Basler Spitzenbeamten des Erziehungsdepartements und stellt eine plausible Frage.

Hanspeter Amstutz
Bild: Fabü

Trotz vielen Lobes für die aufwändige schulische Integration gibt das Basler Erziehungsdepartement zu, dass es ohne Separation nicht geht. Wo sollen Schüler besser betreut werden, die ganze Regelklassen durcheinanderbringen? Von speziellen kleinen Klassen ist neu die Rede. Gleichzeitig wird über die ehemaligen Kleinklassen hergefallen und deren Befürworter werden als rückwärtsgewandte Pädagogen verunglimpft.
Ja, wo ist denn da zum Kuckuck der Unterschied in der Grundidee? Ich finde es merkwürdig, dass man einer Schulorganisation mit speziellen kleinen Klassen alles Gute zutraut und die ehemaligen Kleinklassen als nicht entwicklungsfähig hinstellt.

Warum sollte eine klassische Kleinklasse aktuell nicht auch mit 150 Stellenprozenten ausgestattet und nach modernen pädagogischen Erkenntnissen geführt werden können?

Vor zwanzig Jahren war es kaum möglich, auch nur zeitweise eine zweite Lehrkraft einer Kleinklasse zuzuteilen. Heute steht für die extrem teure Sonderpädagogik weit mehr Personal zur Verfügung. Warum sollte eine klassische Kleinklasse aktuell nicht auch mit 150 Stellenprozenten ausgestattet und nach modernen pädagogischen Erkenntnissen geführt werden können? Man wird den Verdacht nicht los, dass es beim gegenwärtigen Streit mehr um die Verteidigung des unseligen Dogmas einer absoluten Chancengleichheit als ums Wohl der Schüler geht.

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