4. August 2021

Basar der Fertigkeiten und Fähigkeiten

Ein weiterer Beitrag aus dem Praxis-Labor des OSZ-Orpund. Das Lehrerteam des 9. Jahrgangs stellt ihnen ein Einstiegsprojekt in den Berufswahlunterricht vor. Der “Basar der Fertigkeiten und Fähigkeiten” ist zwar logistisch ziemlich aufwändig, lohnt sich aber allemal. Fabian Bütikofer, Alain Pichard und Christoph Scheeberger berichten.

Alain Pichard, Fabian Bütikofer und Christoph Schneeberger: Ein logistischer Aufwand, der sich lohnt.

Den Einstieg in die Berufswahlplanung – eigentlich handelt es sich eher um die Laufbahnplanung – beginnt mit dem Selbstkonzept. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Interessen erforschen und reflektieren, sollen erkennen, wo ihre Begabungen und allenfalls ihre Leidenschaften liegen. Sie sollen auch darüber nachdenken, was sie schon jetzt sehr gut können. Um diesen Vorgang zu initiieren werfen wir sie mit dem Projekt «Basar der Fähigkeiten und Fertigkeiten» ins kalte Wasser.

Sie müssen sich klar darüber werden, was sie besser können als andere oder wo sie eine besondere Stärke besitzen.

In einem Jahrgang bis zu 70 Kursen

Der Auftrag

Die Schüler sollen einen Ausschnitt ihres Könnens und ihrer Leidenschaft in einem 15-minütigen Kurs vermitteln. Sie müssen sich klar darüber werden, was sie besser können als andere oder wo sie eine besondere Stärke besitzen. Dabei kann es sich natürlich auch um ein Hobby handeln, was aber nicht zwingend ist. Es gibt einige SchülerInnen, welche zu Beginn der 8. Klasse keine Hobbys ausüben oder diese aufgegeben haben. Das wird bei diesen Kids auch schmerzliche Reflexionsleistungen erfordern.

Sobald das Thema definiert ist, müssen die Schülerinnen und Schüler ihren Kurs möglichst attraktiv ausschreiben. Die Ausschreibungen werden  an eine Wand gehängt. So entstehen in einem Jahrgang bis zu 70 Kursangebote.

Die Organisation der Kurstage erfordert einen grossen logistischen Aufwand.

Danach wählen die Kameradinnen und Kameraden jeweils fünf Kurse aus. Sie geben dabei auch ihre Prioritäten an.  Zwei bis drei Kurse werden sie von uns Lehrkräften zugeteilt, damit alle Schülerinnen und Schüler ihren Kurzlehrgang erteilen können. Die Kurseinteilung erfordert einen grossen zeitlichen und logistischen Aufwand, den in unserem Team ein Kollege an einem Nachmittag übernimmt. Meistens geben wir ihm dann während der Projektwoche frei und übernehmen seinen Part.

Am Tag des Basars haben die SchülerInnen rund eine Lektion Zeit, den Kurs vorzubereiten, bspw. um Material bereitzustellen. Jedem Kurs wird eine Lehrkraft zugewiesen, die den Kurzlehrgang begleitet und am Schluss in einem persönlichen Gespräch den Auftritt bespricht und beurteilt. Noten werden keine gemacht.

Ein solches Projekt kann nur funktionieren, wenn das Kollegium mitzieht, weil ja auch die Spezialräume (Hauswirtschaft, Werkräume, Turnhallen) gebraucht werden. Bei uns ist dies jeweils in einer Projektwoche der ganzen Schule eingebettet.

Das Projekt erfreut sich einer grossen Beliebtheit bei den Lehrkräften und SchülerInnen. Es nimmt etwa zwei Tage in Anspruch. Wichtig ist, dass es auch noch andere Aufträge gibt, welche die Schülerinnen und Schüler dann zu erledigen haben, wenn sie keinen Kurs geben und auch an keinem teilnehmen.

Weitere Infos unter arkadi@bluemail.ch.

 

 

Verwandte Artikel

Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit

Nun hat sich auch Urs Guggisberg, Schulleiter des OSZ-Orpund, in die Diskussion um das Schulleitungsverständnis eingeschaltet. Das Besondere: In diesem Kollegium entstand das lehrplankritische Memorandum 550gegen550 (zusammen mit Lehrkräften des OSZ-Mett-Bözingen in Biel) und in diesem Kollegium arbeitet auch unser Condorcet-Autor Alain Pichard, der mit seinen kritischen Voten zur aktuellen Bildungspolitik schweizweit bekannt wurde. Alain Pichard würdigt in seinem Beitrag das Wirken von Urs Guggisberg.

Schülerinnen und Schüler zur aktuellen Situation: Heute Joana Bernhard – Man lernt nicht viel Neues

Mit Joana Bernhards Beitrag beginnen wir eine Serie, in der Schülerinnen und Schüler schildern, wie sie mit dem Fernunterricht und der Angst vor dem Corona-Virus umgehen. Ihre Erfahrungen mit den Aufträgen des Fernunterrichts hält Joana Bernhard regelmässig in ihrem Tagebuch fest. Die Texte werden vom Klassenlehrer besprochen, korrigiert und kommentiert. Die Publikation dieser Beiträge erfolgt im Einverständnis der SchülerInnen und ihrer Eltern.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.