Sie haben die Antworten, wir stellen die Fragen

Hier können Sie die Fragen unserer Autoren an die EDK nachlesen!

Fragenkatalog zur Überprüfung der Grundkompetenzen
Fragen zur politischen Verantwortung der EDK
1. Wieso hat es so lange gedauert, bis die Resultate der «Überprüfung des Erreichens
der Grundkompetenzen» (ÜGK) bekannt wurden?
2. Wurde von Seiten der Bildungsdepartemente/EDK Druck auf die Art und Weise der
Veröffentlichung der Resultate ausgeübt?
3. Wie kann es sein, dass die EDK als Urheberin der Grundkompetenzen auf der einen
Seite Verträge abschliesst sowie eine Überwachungsfunktion wahrnimmt und auf der
anderen Seite die Projektleitung innehat, also Einfluss auf operative
Projektentscheide nimmt?
4. Wieso werden die Protokolle der Sitzungen von EDK-Vorstand und EDKPlenarversammlung
nicht öffentlich gemacht?

Fragen zum Konzept der ÜGK
1. Im Bereich Schulsprache und erste Fremdsprache wurden zentrale
Kompetenzbereiche nicht geprüft. Welches sind die Gründe dafür?
2. Wie aussagekräftig sind die Resultate der ÜGK, wenn wesentliche Teilbereiche eines
Faches nicht geprüft werden?
3. Welche Schlüsse können aus der Tatsache gezogen werden, dass sich die Ergebnisse
der ÜGK und der PISA-Studien diametral widersprechen?
4. Wie konnte es dazu kommen, dass der Test zur Überprüfung der
Grundanforderungen in der Mathematik im Nachhinein als zu schwierig taxiert wird?
5. Weshalb werden schweizweit durchgeführte Tests nicht zuerst einem eng begrenzten
Probelauf unterzogen, damit allfällige Schwächen der Aufgabenstellungen rechtzeitig
erkannt werden?

Fragen zu Schlussfolgerungen aus den widersprüchlichen Testresultaten
1. Welche Schlüsse werden aus den gravierenden Mängeln, welche das «Centre for
Educational Testing» der Universität Luxemburg an der ÜGK konstatiert, für die
künftigen Tests gezogen?
2. Welche konkreten Massnahmen werden nun aufgrund der vorliegenden
Testergebnisse für den Unterricht abgeleitet?
3. Wie wird sichergestellt, dass Fächer wie Geschichte, Geografie oder der
handwerkliche und musische Bereich nicht völlig im Schatten der überprüften Fächer
stehen?
4. Müsste nicht mit einer Leistungsüberprüfung der gesamten pädagogischen Arbeit bei
einer begrenzten Zahl von ausgewählten Lehrpersonen ein Gegengewicht zum
isolierten Überprüfen einzelner Fächer geschaffen werden?

Die Berichte zu den ÜGK sind hier abrufbar: http://www.edk.ch/dyn/32350.php
Die nationalen Bildungsziele (Grundkompetenzen) sind hier abrufbar:
http://www.edk.ch/dyn/12930.php
Fehraltorf und Malans, 13.6. 2019 Hanspeter Amstutz und Urs Kalberer

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Die Geschichte eines Sprechverbots: An der Uni wird wieder der bestraft, der anders denkt

Der Condorcet-Blog wurde seinerzeit gegründet, weil seine Initiatoren der Meinung waren, es werden in den Medien, in den PH’s, in der Verwaltung und in den Parteien nicht mehr alle Meinungen abgebildet oder zugelassen. Ausserdem würde sehr oft versucht, umstrittene Personen mit „Kontaktschuld“ und Etikettierung aus dem Diskurs fernzuhalten. Vier Jahre nach der Gründung unseres Bildungsblogs müssen wir feststellen, dass die Problematik der „Cancel culture“ um sich greift. Wenn verlangt wird, dass Professorinnen, die sogenannt missliebige Studien veröffentlichen, von ihrer Fakultät entlassen oder namhafte Wissenschaftler mit unpopulären Meinungen am Auftreten gehindert werden, müssen wir das klar benennen und uns dagegen wehren. Es widerspricht unseren Prinzipien einer offenen und freien Debatte. Von Anfang an suchten wir immer den Dialog mit Persönlichkeiten, die auch andere Überzeugungen haben und bemühten uns um das Prinzip „Rede und Gegenrede“. In keinem Milieu gedeiht die Einengung des Diskurses so prächtig wie an den Universitäten. Das Verrückte dabei ist: Niemand ist in Deutschland und in der Schweiz so abgesichert wie ein auf Lebenszeit berufener Hochschullehrer. Es kann ihm nichts passieren, wenn er sich querlegt oder einfach nur das macht, was er für richtig hält. Und dennoch ziehen alle sofort den Kopf ein, wenn Ärger droht. Jan Fleischhauer berichtet im Fokus von einem Fall an der Uni Erlangen.

Older woman with crossed arms in front of a green chalkboard, framed by large chalk-drawn flexed arms behind her.

Das Verschwinden der Lehrer – ein Stück in vier Akten

Lehrerinnen verkörpern die Sache. Sie stehen für die Inhalte ein. Es ist ihre Aufgabe, Kultur und Tradition weiterzugeben, damit Neues entstehen kann. Dies erfordert neben dem Wissen vor allem pädagogische sowie methodisch-didaktische Fähigkeiten. Lehrer können grosse Vorbilder sein oder das Gegenteil. Sie können ermutigen oder entmutigen, ernst genommen oder lächerlich gemacht werden. Als Gegenüber im pädagogischen Kontext spielen sie immer eine Rolle, doch diese ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend von der Bühne gedrängt worden. Wir bringen den Beitrag von Christine Staehelin, den sie an der Medienkonferenz der Gruppe Bildungswende gehalten hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert