6. April 2025

Zwei chinesische Filme bezaubern

Zwei der Redaktion völlig unbekannte chinesische Filme empfiehlt uns unser Haushistoriker Peter Aebersold.
Wir wünschen angeregte Lektüre!

  1. Fim: Heimweg – The Road Home

Die beiden chinesischen Filme von Zhang Yimou aus dem Jahren 1999 legen den Schwerpunkt auf die menschlich-psychologische Seite des Schulunterrichts. Sie heben die „Liebe zum Lehrer als erster Schritt beim Lernen“ (Erasmus) als Grundvoraussetzung für gelingendes Lernen hervor. Nach der Zerstörung der Jahrtausende alten chinesischen Kultur und ihres Bildungswesens durch die westlichen Kolonialmächte und die Gleichschaltung und Verfolgung der intellektuellen Elite durch die „Kulturrevolution“ sind Bildung und Erziehung in China zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch wieder von den traditionellen humanistischen Gedanken über die Würde des Menschen von Konfuzius und Menzius geprägt. Diese Würde kommt in den beiden Filmen in der allgemeinen Wertschätzung gegenüber dem Lehrer und den Bemühungen der Lehrerin um jeden einzelnen Schüler zum Ausdruck.

2. Film: Keiner weniger – Not One Less

Dieser Film zeigt, dass die Beziehung des Lehrers zu seinen Schüler genauso wichtig ist wie umgekehrt. In einem chinesischen Dorf sorgt sich die 13-jährige Aushilfslehrerin um einen ihrer Schüler, der die Schule aus Armut verlassen hat, um in der Stadt Arbeit zu suchen. Nachdem der Versuch der ganzen Klasse, nach dem Schüler zu suchen, mangels Geld für die Busfahrt misslingt, macht sich die Lehrerin allein zu Fuss und per Autostopp in die Stadt auf, wo sie alle Hebel in Bewegung setzt, bis sie schlussendlich ihren Schüler findet.

Peter Aebersold

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Heute fehlt der Widerstand

Manuel C. Widmer, Lehrer und Grossrat, ist überzeugt, dass wir vom Individualismus wegkommen und wieder ein Wir-Gefühl entwickeln müssen. Das funktioniere nicht ohne «Zwang». Wir bringen ein Interview, das Franziska Schwab mit dem Stadtberner Lehrer führte und in der «Schulpraxis» veröffentlicht wurde.

Michael Weiss völlig überraschend gestorben

Der lvb informiert soeben: Fassungslos und tieftraurig stehen wir vor der schmerzlichen Pflicht, darüber informieren zu müssen, dass unser Freund, Geschäftsführer und Vizepräsident des LVB, Michael Weiss am Sonntag, dem 19. Januar 2020, während eines Spitalaufenthalts vollkommen unerwartet im Alter von 50 Jahren verstorben ist. In Gedanken sind wir in erster Linie bei Michaels Frau Christine und ihren drei Kindern, denen wir viel Kraft wünschen. Die Redaktion des Condorcet-Blogs schliesst sich diesen Wünschen an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert