13. Oktober 2026

Zwei chinesische Filme bezaubern

Zwei der Redaktion völlig unbekannte chinesische Filme empfiehlt uns unser Haushistoriker Peter Aebersold.
Wir wünschen angeregte Lektüre!

  1. Fim: Heimweg – The Road Home

Die beiden chinesischen Filme von Zhang Yimou aus dem Jahren 1999 legen den Schwerpunkt auf die menschlich-psychologische Seite des Schulunterrichts. Sie heben die „Liebe zum Lehrer als erster Schritt beim Lernen“ (Erasmus) als Grundvoraussetzung für gelingendes Lernen hervor. Nach der Zerstörung der Jahrtausende alten chinesischen Kultur und ihres Bildungswesens durch die westlichen Kolonialmächte und die Gleichschaltung und Verfolgung der intellektuellen Elite durch die „Kulturrevolution“ sind Bildung und Erziehung in China zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch wieder von den traditionellen humanistischen Gedanken über die Würde des Menschen von Konfuzius und Menzius geprägt. Diese Würde kommt in den beiden Filmen in der allgemeinen Wertschätzung gegenüber dem Lehrer und den Bemühungen der Lehrerin um jeden einzelnen Schüler zum Ausdruck.

2. Film: Keiner weniger – Not One Less

Dieser Film zeigt, dass die Beziehung des Lehrers zu seinen Schüler genauso wichtig ist wie umgekehrt. In einem chinesischen Dorf sorgt sich die 13-jährige Aushilfslehrerin um einen ihrer Schüler, der die Schule aus Armut verlassen hat, um in der Stadt Arbeit zu suchen. Nachdem der Versuch der ganzen Klasse, nach dem Schüler zu suchen, mangels Geld für die Busfahrt misslingt, macht sich die Lehrerin allein zu Fuss und per Autostopp in die Stadt auf, wo sie alle Hebel in Bewegung setzt, bis sie schlussendlich ihren Schüler findet.

Peter Aebersold

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