21. August 2026
Primsatz der Woche

Sparen bei der Bildung? – Ist da was?

Es gibt Sätze, die eigentlich nur zum Maulstopfen taugen. Sogenannte Primsätze, unteilbar. Im Unterschied zu den Primzahlen wären sie schon zu zersetzen. Allerdings lohnt sich der Aufwand selten. Ein nicht geringer Teil der «Primsätze» nämlich sind und bleiben Floskeln. Und diese fallen besonders häufig in den Bildungsdebatten. Unsere neue Rubrik stellt Ihnen regelmässig solche Sätze vor. Heute “beehren” wir den Vizepräsidenten des Bündner Lehrer- und Lehrerinnenverbands.

Der Vizepräsident des  Bündner Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Martijn van Kleef erfreut uns mit dem Primsatz der Woche:

Wer in der Bildung spart, spart an der Zukunft!

Vielleicht könnte man dem Herrn einmal die reellen Zahlen in Erinnerung rufen: An der Bildung wird mitnichten gespart, im Gegenteil, die Bildungsausgaben wachsen, und zwar tüchtig. Pro Kopf haben sich die Ausgaben pro Schüler in den letzten 5 Jahren um 20% erhöht. Schweizweit haben sich die Bildungsausgaben in den letzten 20 Jahren verdoppelt.

Der Effekt für die Zukunft, die Herr Kleef beschwört, ist dennoch bescheiden. 25% der Schülerinnen und Schüler können nach 9 Schuljahrn nicht richtig lesen und schreiben. Der Anteil ist gestiegen.

Mehr Geld, aber nicht mehr Qualität im Bildungssystem

 

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