23. Januar 2026
Bildung

“Elitenförderung” – Bundesschülerkonferenz klagt über zu schweres Mathe-Abitur

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) kritisiert, dass das Niveau der Mathe-Abiturprüfungen bundesweit zu hoch ist. Schüler seien gezwungen, einen erheblichen Teil des Stoffs in ihrer Freizeit nachzuholen. Der BSK-Generalsekretär fordert in einem Beitrag der deutschen “Welt” mehr Bildungsgerechtigkeit statt “Elitenförderung”.

Ist das Niveau der Mathe-Abiturprüfung zu hoch für deutsche Schüler? Die Bundesschülerkonferenz (BSK) beklagt, dass die Abiturprüfung in dem Fach im Vergleich zu den tatsächlich im Unterricht beigebrachten Inhalten zu schwer ist. “Gerade das Fach Mathematik zeigt exemplarisch, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Realität ist”, sagte Fabian Schön, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Die Abiturprüfungen fordern häufig ein Niveau, das im regulären Unterricht weder inhaltlich noch zeitlich vollständig abgedeckt werden kann. Es bleibt schlicht nicht genug Zeit, um alle Themen ausreichend zu vertiefen oder gezielt zu üben.”

Schüler seien gezwungen, einen erheblichen Teil der Vorbereitung in ihrer Freizeit zu leisten, sagte Schön und kritisierte fehlende Hilfsangebote für Jugendliche aus sozial benachteiligten Haushalten. Hier werde Bildung zur Frage der sozialen Herkunft. “Während sich manche private Nachhilfe leisten können oder Unterstützung aus dem Elternhaus erhalten, müssen andere neben der Schule arbeiten, um sich überhaupt Essen, Miete oder Schulmaterialien leisten zu können. Gute Noten im Mathe-Abitur sind somit oft nicht nur eine Frage von Fleiß, sondern auch von Zeit, Geld und Unterstützung.”

Ein bundesweit vergleichbares und gerechtes Matheabitur muss laut BSK inhaltlich besser auf den Unterricht abgestimmt, alle Schüler unabhängig von Herkunft oder Wohnort gleichbehandeln und auf “Bildungsgerechtigkeit statt Elitenförderung” ausgerichtet sein.

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Warum kann die “Reformindustrie” nicht ihre Fehler einräumen?

Endlich wieder einmal ein Beitrag aus dem Diane-Ravitch-Blog. Peter Greene, ein amerikanischer Volksschullehrer und Autor im Diane Ravitch-Blog ist im Condorcet-Blog kein Unbekannter. In diesem Beitrag macht er sich Gedanken über Michael Petrillis Überlegungen zur Entwicklung der “Reform”-Bewegung. Pikant: Michael Petrillis ist eigentlich ein Linker und wollte nur Gutes. Er war ein Vorreiter der Standardisierung und untestützte die Testbatterien, die bis heute in den US-amerikanischen Schulen ihr Unwesen treiben. Peter Greene wirft Petrilli vor, dass er nicht fähig sei, die vielen Fehlentwicklungen einzugestehen, für die er auch eine Verantwortung trägt. Eine Beobachtung, die wir durchaus auch in der Schweiz und Deutschland machen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert