20. Januar 2026
Sternstunde der Pädagogik

Ein gut aufgelegter Roland Reichenbach hinterfragt pädagogische Mythen

Wenn das Wort “Sternstunde” einmal seine Berechtigung hat, dann wohl mit diesem Auftritt von Professor Roland Reichenbach in der Sendung Sternstunde der Philosophie von SRF. Locker, aber prägnant und schlagfertig hinterfragte er alle pädagogische Mythen, die ihm ein sichtlich vergnügter Moderator stellte. Die Redaktion des Condorcet-Blogs empfiehlt Ihnen, sich das Gespräch von Anfang bis Ende anzuschauen, auch wenn er ab und zu Ihre Gewissheiten auf die Probe stellt. Ein Hörgenuss der Extraklasse.

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Levana ist in der römischen Mythologie die Schutzgöttin der Neugeborenen, deren Beistand angerufen wurde, wenn ein neugeborenes Kind dem Vater zu Füssen gelegt wurde, damit er durch Aufheben (levare) dasselbe als das seinige anerkenne und zur Erziehung übernehme. Die Quintessenz dieses theoretisch-pädagogischen Werkes, das in seiner skurrilen, verschnörkelten Weise nicht nur das Leben, sondern auch die Pädagogik in Dichtung verwandelt, bringt Jean Paul im Vorwort zur zweiten Auflage von 1811 mit folgenden Worten zum Ausdruck: “Leben belebt Leben, und Kinder erziehen besser zu Erziehern als alle Erzieher. Lange vor der ersten Levana waren überhaupt Kinder (d.h. also Erfahrungen) dessen Lehrer und die Bücher zuweilen die Repetenten.” * Condorcet-Autor Georg Geiger hat uns ein Essay zur Verfügung gestellt, das wir in drei Teilen publizieren,

Aus der Rubrik: Es war einmal oder wie ein Lehrer die hochtrabenden Pläne eines Bildungsdirektors und seiner ihn verehrenden Fankurve zu Fall brachte.

In unserer Rubrik “Es war einmal” blicken wir 5 Jahre zurück. Damals legte der Bildungsdirektor Bernhard Pulver in einem seiner Hearings eine neue Beurteilung vor. Mit von der Partie der Lehrer Lars Burgunder. Er war der einzige, der nicht applaudierte, sondern an die Presse ging. Damit erledigte er einen von vielen Köpfen sorgsam entworfenes Beurteilungskonzept, in dem nun plötzlich Charakterzüge beurteilt werden sollten.

2 Kommentare

  1. Die moderne Pädagogik, Didaktik, Bildungs-und Erziehungswissenschaft ist ein einziges Sodom und Gomorra mit Roland Reichenbach in der Rolle des Lot, der senkrecht über dem auswabernden Güllefeld steht. Hohe Zeit zum Handeln: Nase zuhalten, ein Pflümli zischen und zum Stöpselziehen schreiten.

  2. Vor etwa 10 Jahren sass ich in Reichenbachs Büro an der Uni Zürich zwecks Vorbereitung einer Konferenz der trinationalen Gesellschaft für Bildung und Wissen, deren Co-Präsident er damals war – denn ich war als „Referent aus der Schulpraxis“ an jene Konferenz eingeladen. Ich hatte schon davor vieles von ihm gelesen und ihn auch als Referenten erlebt. Bis heute vermag ich mich viel stärker mit seinen Thesen und Ansichten zu identifizieren als mit vielem anderen, was allerorten geäussert und publiziert wird. Für mich der beste Schweizer Erziehungswissenschaftler unserer Zeit.

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