9. April 2026

Die Peter-Hans-Frey-Stiftung: Der Preis ist ein Förderpeis!

Gestern fand die Preisverleihung der Peter-Hans-Frey Stiftung statt, die sich für den Condorcet-Blog entschieden hat. Eine Gelegenheit, unseren Leserinnen und Lesern diese Stiftung einmal vorzustellen.

In Zürich besteht seit 1989 die Peter-Hans Frey Stiftung mit dem Zweck, einen Preis für eine besondere pädagogische Leistung zu verleihen. Der Preis kann Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz haben sowie Schweizerbürgerinnen und Schweizerbürgern, die im Ausland tätig sind, zuerkannt werden.
Es dürfen Preise an Professorinnen/Professoren und Lehrerinnen/Lehrer an Hoch-, Mittel- und Volksschulen, Fachschulen, Anstalten, aber auch private Forscherinnen/Forscher mit praktischer Tätigkeit auf dem Gebiet der Pädagogik verliehen werden. Lehrerinnen/Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen und Institutionen werden in gleicher Weise berücksichtigt. Sind pädagogische Leistungen gemeinsam von mehreren Personen erbracht worden, so darf der Preis gemeinsam zuerkannt werden. Er ist in der Regel mit Fr. 10’000.- dotiert.

Seine Geschwister wünschten nicht, ihren Erbanspruch aufgrund dieses Unglücks zu vergrössern.

Warum ein Preis für eine gute pädagogische Leistung? Die Peter-Hans Frey Stiftung wurde errichtet zum Andenken an Dipl. Ing. Peter-Hans Frey, der bei einem Segelflug am 26. August 1962 bei Walenstadt im Alter von 31 Jahren tödlich abstürzte.

Peter Hans Frey entstammte einer ausgesprochenen Lehrerfamilie

Seine Geschwister wünschten nicht, ihren Erbanspruch aufgrund dieses Unglücks zu vergrössern. Dementsprechend wurde ein Stiftungskapital von Fr. 300’000.- ausgeschieden. Es schien wenig sinnvoll, einen Preis für technische Leistungen vorzusehen, denn hierfür bestehen schon zahlreiche Stiftungen, die zudem meistens gut dotiert sind. Andrerseits entstammte Peter-Hans Frey einer ausgesprochenen Lehrerfamilie.
Sein Grossvater war Seminarlehrer, sein Onkel Professor an der ETH, seine Grossmutter und zwei ihrer Schwestern waren Primarlehrerinnen, desgleichen seine Mutter und eine Tante, eine Grosstante war Arbeitsschulinspektorin im Kanton Solothurn, eine Cousine und ein Cousin unterrichteten an zürcherischen Mittelschulen. In diesem Familienkreis wurde fast täglich über pädagogische Probleme gesprochen. Tatsächlich genügt es nicht, Erfindungen zu machen.
Die neuen Erkenntnisse müssen der Allgemeinheit bekanntgemacht werden, und deren Verständnis und Interesse ist zu wecken. Dies ist keine leichte Aufgabe. Grosse Leistungen auf diesem Gebiet verdienen wohl einen Preis. Mit dem Preis möchte die Peter-Hans Frey Stiftung Pädagogen und Pädagoginnen für aussergewöhnliche Anstrengungen belohnen und der Allgemeinheit die Wichtigkeit dieser Berufsgruppe vor Augen führen. Ausserdem ist der Preis nicht eifach nur eine Anerkennung für das Geleistete, es handelt sich hier um einen Förderpreis, der die künftigen Pläne und Aktivitäten unterstützen soll.

Ritta Sophanna und Allan Guggenbühl

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