20. Oktober 2021

Frage an die Wissenschaft: Wie können wir die Spiele entmaskulieren?

Natürlich wird auch innerhalb der Condorcet-Redaktion intensiv um eine korrekte Gender-Sprache gerungen. Und auch die Schulen fragen sich, was sie zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft beitragen können. Wir fragen die Wissenschaft. Den Anstoss dazu lieferte ein Kollege der ZEIT.

Respektvoll als Unterrichtsziel, wie geht das?

Die renomierte ZEIT stösst eine längst fällige Diskussion an:

Die Figur des Königs sei zwar die wichtigste im Spiel und die einzige, die nicht geworfen werden könne, aber man brauche den König nicht wirklich, er stehe meist nur im Weg. Denn außer dass er seine Truppen opfere, habe er nichts drauf. Deshalb gelte das Schachspiel mittlerweile im Ansehen als gar nicht mehr so patriarchalisch. Vielmehr genieße die Dame allseitigen Respekt. Schließlich habe in der Figur der Dame feministische Beweglichkeit königlicher Trägheit den Rang abgelaufen. Nur wenn keine Gefahr mehr drohe, wage sich der König aufs Feld, um den Bauern zu Hilfe zu kommen. Resümee des „Zeit“-Autors: „Würde Schach neu erfunden, käme es gut ohne Könige aus, und am Ende der Partie wäre das Brett leer, nach Jahrhunderten endlich befreit von diesen beiden Feudalherren, die gemäß den herkömmlichen Regeln einfach nicht totzukriegen sind.“

„Spiel der Könige“ hatten es die Perser, zusammen mit Indern und Chinesen im 3. bis 6. Jahrhundert wohl die Erfinder des Spiels, genannt. Schließlich heißt das persische Wort „schach“ nicht mehr und nicht weniger als „König“.

Wir fragen die Wissenschaft, was die Schule zur “Entmaskulisierung” der Spiele beitragen könnte und wie wir es mit den Jasskarten in den Skilagern halten sollen.

Die Redaktion des Condorcet-Blogs empfiehlt als Zwischenlösung, auf das beliebte Spiel “Dame” auszuweichen.

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Felix Schmutz ist mit den Thesen für die Kompetenzorientierung von Philippe Wampfler (https://condorcet.ch/2021/01/warum-kompetenzen-den-kern-von-bildung-darstellen-und-was-daraus-folgt/) nicht einverstanden. Das primäre Bedürfnis sei nicht, die Welt zu verändern, sondern die Faszination, das Ringen um Verständnis der unbekannten Sache.

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