20. Januar 2026

Frage an die Wissenschaft: Wir haben die besten Lehrer!

Am 27.8. 2020 trat der Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements im Wahl-Talk von Telebasel auf. Dabei macht er einige bemerkenswerte Aussagen, die unsere Wissenschaftsabteilung ratlos machen.

Conradin Cramer am Telebasel 27.8.20

Conradin Cramer: “Wir haben hier in Basel die besten Lehrkräfte!”

Frage an die Wissenschaft: Woher weiss Herr Cramer, dass er die besten Lehrkräfte hat? Woher weiss er, dass die Basler Lehrkräfte besser sind als beispielsweise die Aargauer Lehrkräfte oder die Bieler Lehrkräfte oder die Fribourger Lehrkräfte oder die Thurgauer Lehrkräfte (Fribourg und Thurgau belegten sowohl in den PISA-Studien wie auch in den ÜGK-Testen die Spitzenplätze, während die Stadt Basel weit abgeschlagen, den letzten Platz belegte).

Conradin Cramer: “Wir haben hier in Basel die grösste Heterogenität.”

Frage an die Wissenschaft: Was meint Herr Cramer mit “grösster Heterogenität”? Ist die Heterogenität in Genf oder Lausanne kleiner als in Basel? Meint Herr Cramer mit Heterogenität: Die soziale Durchmischung oder den Ausländerbestand? Oder beides? Auf welche Statistik beruft er sich? Bei letzteren Punkten kämen auch Wil und Biel in Frage. Beide Städte erreichen gemäss PISA- und ÜGK-Studien mit viel weniger Ausgaben bessere Leistungen.

 

 

 

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Warum schließen Kinder andere aus?

Wenn Kinder Gleichaltrige mit Verhaltensauffälligkeiten oder intellektuellen Schwierigkeiten ausschließen, spiegelt dies wahrscheinlich die Normen in ihrer Klasse wider. Dies will eine grossangelegte Studie der PH Luzern beweisen. Aisha Schnellmann berichtet.

Tonio Schachingers Schul-und Gesellschaftsroman “Echtzeitalter”: “Eine unschuldige und dennoch gnadenlose Simulation”

Unschuldig ist sie nicht, diese Welt des Wiener Elitegymnasiums Marianum, in der sich der pubertierende Till Kokorda auf möglichst unauffällige Weise versucht durchzuwursteln. Eher gnadenlos. Und wenn es im schulischen Alltag mit dem sadistisch-elitären Klassenlehrer Dolinar nicht mehr auszuhalten ist, gibt es zum Glück noch die Unschuld der Echtzeit-Strategiespiele “Age of Empires 2”, wo es Till bis in die globale Spielerelite schafft. Für dieses mit viel Spott und Einfühlsamkeit entworfene Sittengemälde, das unspektakulär traditionell erzählt wird, hat der 31-jährige österreichische Schriftsteller zu Recht den Deutschen Buchpreis 2023 erhalten.

3 Kommentare

  1. Eine wichtige Frage ist noch vergessen gegangen:

    Basel-Stadt leistet sich mit dem Kanton Genf schweizweit die höchsten Ausgaben für Bildung. Beide Kantone sind aber bei den Schlusslichtern in der Schülerleistung.

    Deshalb die Frage an die Wissenschaft: Bringt mehr Geld bessere Leistungen oder ist es gerade umgekehrt?

  2. Und dann noch das: Baselstadt muss die besten Lehrkräfte haben, denn sonst wären die Resultate der letzten Nationalen Bildungserhebung noch viel katastrophaler ausgefallen. Wahrscheinlich ist es das, was Cramer sagen wollte, doch er hat die Worte nicht gefunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert