9. April 2026

Christine Häsler, Erziehungsdirektorin des Kantons Bern, reagiert!

Die bernische Erziehungsdirektorin Christine Häsler scheint die Tradition ihres Vorgängers Bernhard Pulver fortzusetzen. Anders als in der Stadt Basel, wo verschiedene Lehrkräfte uns mitteilten, dass sie den offenen Brief zum Passepartout-Desaster nicht unterschreiben könnten, aus Angst vor der Reaktion der Behörden, herrscht im Kanton Bern bei aller Divergenz immer noch der Dialog. Die Kritiker werden gehört, ihre Kritik ernst genommen und sie werden sogar in die eilends zusammengestellte Arbeitsgruppe berufen. So auch Condorcet-Autor und Passepartout-Kritiker Res Aebi (Siehe: Ein Passepartout, der Tore schliesst statt öffnet, 8.12.19). Fazit: Kritik ist in Baselland und Bern ein Korrektiv, in der Stadt Basel wird sie unterdrückt. Folge: Die Stadt Basel belegt in allen Erhebungen den letzten Rang trotz Rekordausgaben, in Bern und Baselland sind sie zwar auch nicht berrauschend, aber merklich besser, trotz weniger Geld.

Sehr geehrter Herr Pichard, sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer

Ich habe Ihr Schreiben erhalten und danke Ihnen dafür.

Ihre Kritik nehme ich ernst. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass Kinder und Jugendliche möglichst gut Französisch lernen und Freude an der Sprache finden. Ebenso wichtig ist mir, dass Lehrerinnen und Lehrer ein Lehrmittel zur Verfügung haben, mit welchem sie erfolgreich unterrichten können. Einige Lehrpersonen unterrichten gerne mit Mille feuilles und Clin d’oeil, andere wie Sie stehen dem Lehrmittel kritisch gegenüber.

Ich will mich dem Thema fundiert widmen. Deshalb habe ich eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, mit der wir die aktuelle Situation sorgfältig analysieren wollen. Es ist durchaus möglich, dass daraus zum Beispiel ein Wahlobligatorium resultiert. Aktuell gibt es jedoch auf dem Markt noch kein alternatives Lehrmittel für Französisch ab der dritten Klasse. Auch diese Herausforderung wird in die Überlegungen mit einbezogen.

Sie werden zusätzlich zu meiner persönlichen Mitteilung auch ein offizielles Schreiben der ehemaligen Passepartout Kantone erhalten.

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und wünsche Ihnen für die bevorstehenden Feiertage alles Gute und eine schöne Zeit.

Freundliche Grüsse

Christine Häsler

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Die Lernforscherin Elsbeth Stern sagt: «Mindestens 30 Prozent der Mittelschüler gehören nicht ans Gymnasium – weil sie nicht übermässig intelligent sind»

Elsbeth Stern ,ordentliche Professorin für Lehr- und Lernforschung der ETH Zürich, gab der NZZ ein Interview über Gymnasialquoten, die Bedeutung des naturwissenschaftlichen Unterrichts und Frauenförderung. Dabei sprach sie äusserst umstrittene Tabuthemen an, wie zum Beispiel die Intelligenz der heutigen Gymnasiasten oder die unterschiedliche Unterrichtsqualität in den Gymnasien und der Volksschule.

Warum wählen Jugendliche plötzlich nicht mehr links?

Ein Ergebnis der Wahlanalysen nach der Europawahl hat ergeben, dass rechte und konservative Parteien bei den Jugendlichen obenaus schwingen, während linke und grüne Parteien bei dieser Altergruppe zum Teil herbe Verluste hinnehmen mussten. Der zugegebenermassen etwas flapsige Kommentar eines Meinungsforschers ernennen wir zum Zitat der Woche.

Ein Kommentar

  1. “Aktuell gibt es jedoch auf dem Markt noch kein alternatives Lehrmittel für Französisch ab der dritten Klasse.” Gemäss den Recherchen der “Starken Schule beider Basel” stimmt diese Information nicht. Es gibt eines, nur wird dieses aus fragwürdigen Gründen verworfen. http://www.starke-schule-beider-basel.ch/Home.aspx (Gutes Franzi-Lehrmittel steht auch für die 3. & 4. Primar zur Verfügung).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert