10. April 2026

Karikatur des Gewerkschaftsgedankens

Der Beitrag von Franziska Laur wird von unserem Gastautor Felix Hoffmann (BL) kommentiert.

Das Fehlen einer echten Lehrergewerkschaft am Rheinknie wird von den dortigen Lehrkräften schon lange beklagt. Basel ist insbesondere in Sachen Schulpolitik eine linke Hochburg, wobei links in diesem Zusammenhang nicht für Solidarität oder Mitbestimmung steht. Die ungesunde Verflechtung von Staatsapparat und Gewerkschaft erinnert an Konstrukte wie sie vor nicht allzu langer Zeit in den Staaten des real existierenden Sozialismus bestanden. Wie die Freiwillige Schulsynode und die Kantonale Schulkonferenz in Basel war der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund auch in der 1949 gegründeten DDR Bestandteil und Instrument des staatlichen Machtgefüges. Beklemmend sind dann folglich auch die Auswirkungen für die Angestellten. In der Basler Lehrerschaft herrschen Denkverbote, das Verbot des Widerstands gegen von der Obrigkeit verordnete Reformen, das Verbot der freien Meinungsäusserung und unter Andersdenken die Angst vor Repressalien. Solche scheingewerkschaftlichen Gebilde wie in Basel haben mit einem demokratischen Staatswesen nichts zu tun und sie sind einem gesunden Arbeitsklima zutiefst abträglich. Dies mit ein Grund für die hohe Burnout-Rate innerhalb der Basler Lehrerschaft.
Felix Hoffmann
Felix Hoffmann, Sekundarlehrer, BL, Mitglied lvb, Starke Schule beider Basel
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Der Mensch als Symbiose von Gehirn und Kultur, 4. Teil

“Ich hatte meine Kritik der Neuropädagogik, die im Condorcet-Blog unter dem Titel Lehrende und lernende Gehirne erschienen ist, mit einer Rückblende auf die Pädagogische Anthropologie begonnen. Es scheint mir angebracht, meine Ausführungen zur Symbiose von Gehirn und Kultur damit abzuschliessen, dass ich mich nochmals der Frage nach dem pädagogischen Verständnis des Menschen zuwende. Dies wird es ermöglichen, auch einige kritische Fragen zum schulischen Unterricht zu stellen und nach möglichen Lösungen zu suchen”, schreibt Condorcet-Autor Professor Walter Herzog in der Einführung zum 4. und letzten Kapitel seines vierteiligen Essays zur Neuropädagogik.

2 Kommentare

  1. Wie ich verstanden habe, ist es eines der Ziele von Condorcet das alte Links-Rechts-Schema hinter sich zu bringen, weil vereinte kritische Kräfte aus allen Perspektiven viel “schlagkräftiger” sind. Politische Schlagabtausche und Scharmützel führen nicht zum Ziel.

    Die Forderung nach einer “echten” Lehrergewerkschaft ist demzufolge ein Anachronismus und nicht mehr zeitgemäss. Die Verhältnisse in Basel sind ein gutes Beispiel, wie die Spaltung in Links und Rechts von der Exekutive zu ihrem Vorteil benutzt werden kann (divide et impera).

    Die Volksschule ist politisch neutral, weil sie für alle offen sein muss. Auch die Lehrerverbände sollten sich in erster Linie auf die Sache, die brennenden Schulfragen, konzentrieren.

  2. Ziel des Condorcet-Blogs ist nicht, das alte Links-Rechts-Schema hinter sich zu bringen. Ein Ziel ist, dass rechte, konservative, liberale und linke Persönlichkeiten auf der Condorcet-Plattform ihre Meinungen austauschen, einander zuhören, argumentieren und andere Meinungen als Horizonterweiterung begreifen.
    Der Unterricht in der Volksschule mag zwar politisch neutral gedacht sein, die Bildungspolitik ist es nicht. Hier sind Interessen im Spiel. Und es ist in einem demokratischen System legitim, diese Interessen auch zu vertreten. Die Gewerkschaften sind hier ein wichtiger Teil des Check-and-Balance-Systems. Das können sie aber nicht sein, wenn – wie im Fall Basel-Stadt – ihre Führung mit der Exekutive verbandelt ist und damit Interessenkonflikte zudeckt.

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