Alina Isler - Condorcet https://condorcet.ch Bildungsperspektiven Thu, 16 Mar 2023 18:19:50 +0000 de-DE hourly 1 https://condorcet.ch/wp-content/uploads/2019/05/favicon-100x100.png Alina Isler - Condorcet https://condorcet.ch 32 32 Frühfranzösisch an den Primarschulen ist gescheitert https://condorcet.ch/2023/03/fruehfranzoesisch-an-den-primarschulen-ist-gescheitert/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fruehfranzoesisch-an-den-primarschulen-ist-gescheitert https://condorcet.ch/2023/03/fruehfranzoesisch-an-den-primarschulen-ist-gescheitert/#comments Thu, 16 Mar 2023 18:19:50 +0000 https://condorcet.ch/?p=13432

Eine breit angelegte Umfrage der Starke Schule beider Basel (SSbB) betreffend «Frühfranzösisch an den Primarschulen» sowie «Einführung von Förderklassen für dauernd störende Schüler/-innen» zeigt ein klares Bild: Eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden kritisiert das heutige Konzept mit Frühfranzösisch ab der dritten Klasse. An der Umfrage nahmen 507 Personen (82.9% Lehrpersonen, 5.8% Eltern von schulpflichtigen Kindern, 11.3% andere Bildungsinteressierte) aus den beiden Basler Halbkantonen teil. Damit ist sie aussagekräftig.

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Alina Isler

Heute lernen die Primarschüler/-innen ab der dritten Klasse Französisch. Viele Eltern und Lehrpersonen kritisieren diesen frühen Start. Die Schulkinder seien überfordert und demotiviert, der Nutzen sei sehr bescheiden.

Auch zu diesem Thema wurden in mehreren Kantonen politische Vorstösse eingereicht oder sind in Planung, welche eine Evaluation oder Überarbeitung des Konzepts Frühfranzösisch fordern. Die im Baselbieter Landrat eingereichte Motion fordert, auf die Fremdsprache Französisch auf Primarstufe zu verzichten. Stattdessen sollen die Schulkinder mehr Deutsch, Mathematik sowie musische und kreative Fächer erhalten. Zur Kompensation soll auf der Sekundarstufe 1 die Anzahl Französischlektionen erhöht werden.

53 Prozent möchten lieber Englisch als einzige Fremdsprache

Auch hier zeigt sich gemäss der Umfrage der SSbB ein interessantes Bild: 62.8% der Teilnehmenden sind der Meinung, dass die Primarschüler/-innen im Fach Französisch überfordert sind, 28.3% sehen dies nicht so. Die Aussage «Französisch wird für viele Primarschüler/-innen zum Frustfach» befürworten gar 67%. Lediglich 17.3% halten diese Aussage für falsch. Mit 15.8% konnte oder wollte ein beachtlicher Teil diese Fragestellung nicht beantworten. Brisant ist auch die zweite Frage: Mit 79.1% der Teilnehmenden ist eine überwiegende Mehrheit der Meinung, dass die Primarschüler/-innen im Fach Französisch bis zum Ende der Primarschule «sehr wenig» können.

Obwohl inhaltlich das heute Konzept für Frühfranzösisch sehr deutlich kritisiert wird, ist der Anteil derjenigen, welche auf der Primarstufe nicht auf Französisch verzichten wollen, mit 40.4% relativ gross. Eine Mehrheit von 52.6% sehen Vorteile, wenn Englisch die einzige Fremdsprache ist. 7% wollten oder konnten die Frage nicht beantworten.

Alina Isler

Vorstand Starke Schule beider Basel

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Gespräch mit Bildungsdirektorin Monica Gschwind https://condorcet.ch/2022/10/gespraech-mit-bildungsdirektorin-monica-gschwind/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gespraech-mit-bildungsdirektorin-monica-gschwind https://condorcet.ch/2022/10/gespraech-mit-bildungsdirektorin-monica-gschwind/#respond Sat, 15 Oct 2022 05:55:40 +0000 https://condorcet.ch/?p=11967

Seit fast acht Jahren ist Monica Gschwind Regierungsrätin und Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission. Während dieser Zeit konnte sie im Bildungsbereich viel bewegen: Zahlreiche vor ihrer Amtszeit eingeleitete und realisierte Bildungsreformen liess sie überprüfen, korrigieren oder stoppen. Im kommenden Februar finden Neuwahlen statt. Anlass genug, um mit der Bildungsdirektorin auf die vergangenen Jahre zurückzublicken. Die Fragen stellten Alina Isler (Vorstand SSbB) und Lena Bubendorf (Sekretariat SSbB).

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Lena Bubendorf, Starke Schule beider Basel (rechts im Bind ) und Condorcet-Autorin Alina Isler (links im Bild) stellten der Bildungsdirektorin die Fragen.
Monika Gschwind, Bildungsdirektorin: Die Unterrichtsqualität ist entscheidend.

SSbB: Sie führen seit rund acht Jahren die BKSD und konnten während dieser Zeit zahlreiche Erfolge verbuchen. Welche davon stufen Sie als besonders wichtig ein?

Monica Gschwind: Im Interesse der Baselbieter Schülerinnen und Schüler, Lernenden und Studierenden konnte ich Ruhe ins System bringen und trotzdem ein paar grosse Schritte nach vorne machen. Für die Volksschule wären da zum Beispiel die geleitete Lehrmittelfreiheit oder die Wahlmöglichkeit zwischen Stoff- und Kompetenzlehrplänen für die Sekundarschullehrpersonen zu nennen, welche auch an der Urne vom Volk bestätigt wurden.

Besonders stolz bin ich auch auf das Massnahmenpaket «Zukunft Volksschule», das mit seinen Schwerpunkten auf Weiterbildung der Lehrpersonen, Stärkung von Deutsch und Mathematik sowie digitale Kompetenzen eine substanzielle Investition in die Zukunftschancen aller Baselbieter Schülerinnen und Schüler darstellt. Weiter haben wir die Berufsfachschulen Liestal und Muttenz fusioniert und mit der Teilrevision des Universitätsvertrags ein neues Kapitel in der Partnerschaft mit Basel-Stadt begonnen.

Mit welcher Niederlage hatten Sie am meisten zu kämpfen?

Das Abschneiden der Baselbieter Volksschülerinnen und -schüler bei der letzten nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen war wenig erfreulich. Aber als Reaktion auf die schlechten Resultate entstand das unterdessen erfolgreich angelaufene Projekt «Zukunft Volksschule» mit konkreten Verbesserungsmassnahmen. Von daher ist auch daraus etwas Positives erwachsen.

Nur im Kanton Baselland gibt es neben dem Kompetenzgeschwurbel noch einen Stofflehrplan.

Lange Zeit galt der rein kompetenzorientierte Lehrplan 21 für alle Harmos Kantone als verbindlich. Nachdem Sie Vorsteherin der BKSD wurden und damit auch unseren Kanton in der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) vertraten, stufte die EDK den Lehrplan 21 als Mustervorlage ab, was unserem Kanton ermöglichte, den Lehrplan Volksschule Baselland mit klaren Jahreszielen zu erarbeiten. Welche Vorteile bringt dieser Baselbieter Stufenlehrplan im Vergleich zum Lehrplan 21?

Die Lehrpersonen der Baselbieter Sekundarschulen haben nun die Wahl, sich für einen Lehrplanteil zu entscheiden und ihren Unterricht nach diesem auszurichten.

Weil der Lehrplan 21, der auf Sammelfächer ausgerichtet ist, nicht mehr als verbindlich betrachtet wurde, konnte der Kanton Basel-Landschaft die Einzelfächer Geschichte, Geografie, Chemie, Physik oder Biologie beibehalten. Sie haben die parlamentarische Initiative von alt Landrat Jürg Wiedemann sowie die Volksinitiative der SSbB zum Erhalt der Einzelfächer öffentlich mit grossem Engagement befürwortet und damit massgebend zur gewonnen Volksabstimmung beigetragen. Welche Vorteile sehen Sie in den Einzelfächern?

Mir ist die fachliche Qualität des Unterrichts sehr wichtig. Ich bin überzeugt, dass diese mit Einzelfächern besser gewährleistet ist, was wiederum direkt den Schülerinnen und Schülern zugutekommt.

Ihnen ist es gelungen, dass an unseren Schulen wieder vermehrt Ruhe eingekehrt ist und die Lehrpersonen sich konzentrierter ihrem Kerngeschäft, dem Unterrichten, widmen können. Was war Ihr Erfolgsrezept?

Es ist mir ein Anliegen, allen Anspruchsgruppen im Schulumfeld unvoreingenommen entgegenzutreten, zuzuhören und einen Dialog zu ermöglichen. Ich entziehe mich keiner Auseinandersetzung, sofern sie von allen Beteiligten respektvoll, sachorientiert und fair geführt wird. Meist lassen sich im kontinuierlichen Austausch Lösungen finden, die breit abgestützt sind und inhaltlich «verheben».

Seit wenigen Jahren haben die Lehrpersonen weitgehend Lehrmittelfreiheit. Sie dürfen auch beliebig eigene Arbeitsunterlagen einsetzen. Einzig die Stofflehrpläne mit ihren Jahreszielen müssen erfüllt werden. Welche Rückmeldungen haben Sie zur Lehrmittelfreiheit aus den Schulen erhalten?

Die Rückmeldungen der Lehrpersonen sind überwiegend positiv.

Im Baselbiet geniesst die Berufsbildung einen hohen Stellenwert: jedes Jahr entscheiden sich rund 63 Prozent der Sekundarschulabgängerinnen und -abgänger für eine Lehre.

Der duale Bildungsweg hat in unserem Kanton eine besondere Bedeutung. Weshalb ist dieser Ausbildungsweg für die Wirtschaft so wichtig?

Das duale System der Berufsbildung ist ein Schweizer Erfolgsmodell und spielt für die gesellschaftliche Stabilität und die Wirtschaft unseres Landes eine wichtige Rolle. Die Berufsbildung entwickelt sich unter Einbezug aller relevanter Akteure stetig weiter und kann sich flexibel und rasch auf veränderte Bedürfnisse von Betrieben und Branchen einstellen. Für Unternehmen ist es eminent wichtig, einen hohen Anteil praktisch ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen, die schon als junge Berufsleute produktiv sein können. Im Baselbiet geniesst die Berufsbildung einen hohen Stellenwert: jedes Jahr entscheiden sich rund 63 Prozent der Sekundarschulabgängerinnen und -abgänger für eine Lehre. Auch der Kanton investiert im Vergleich überdurchschnittlich viel in gute Rahmenbedingungen für die Berufsbildung.

Es gibt noch viel Handlungspotential, um dem Imagegefälle zwischen Gymnasium und Berufslehre entgegenzuwirken.

Nach wie vor wechselt die überwiegende Mehrheit der Schüler/-innen des progymnasialen Leistungszug ans Gymnasium und nur wenige absolvieren eine Lehre, zum Beispiel mit Berufsmaturität. Weshalb findet dieser Weg noch immer wenig Anklang?

Es gibt noch viel Handlungspotential, um dem Imagegefälle zwischen Gymnasium und Berufslehre entgegenzuwirken. Berufliche Orientierung wird erst seit der Einführung der neuen Stundentafel für die Sekundarschulen auch im Leistungszug P flächendeckend umgesetzt. Aber die Schulen arbeiten intensiv daran, auch den P-Schülerinnen und -schülern und ihren Eltern die Chancen der Berufsbildung aufzuzeigen und Vorurteile abzubauen. Ebenso ausschlaggebend ist aber, wie attraktiv die Branchenverbände und Lehrbetriebe ihre Berufe darstellen bzw. ihre Ausbildungsmodelle gestalten. Solange eine Lehre mit rund 45 Stunden pro Woche – Besuch der Berufsfachschule eingeschlossen – und nur fünf Ferienwochen pro Jahr mit den 34 Wochenlektionen und 13 Ferienwochen an den Mittelschulen konkurrenziert, wird es Jugendliche ohne konkreten Berufswunsch geben, die sich aus Bequemlichkeit für einen allgemeinbildenden Weg entscheiden. Eine andere Thematik ist das immer jüngere Durchschnittsalter der Volksschulabgängerinnen und -abgänger, was den direkten Übertritt in die Berufsbildung auch erschwert. Man darf übrigens trotz allem nicht vergessen, dass sich in den letzten 10 Jahren die kantonale Berufsmaturitätsquote um rund 40 Prozent gesteigert hat.

Im Vergleich zu früher müssen die Schüler/-innen des Leistungsniveaus P in der dritten Sekundarklasse eine bestimmte Punktzahl aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch, Physik und Biologie erreichen, um ans Gymnasium zu wechseln. Haben Sie diese strengeren Aufnahmebedingungen deshalb eingeführt, damit mehr leistungsfähigere Schüler/-innen eine Berufslehre absolvieren?

Die aktuelle gültige Laufbahnverordnung wurde 2013 regiert, also zwei Jahre vor meinem Amtsantritt. Grundsätzlich zielt die Regelung darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler die notwendigen Voraussetzungen mitbringen, um in der von ihnen gewählten nachobligatorischen Ausbildung erfolgreich zu sein – das heisst, die Grundlagen müssen stimmen. Dass die Aufnahmebedingungen fürs Gymnasium etwas strenger sind, ist naheliegend. Schliesslich sind die schulischen Anforderungen auch höher. Aber natürlich ist es mir ein Anliegen, dass auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler den Weg in eine Berufslehre finden.

Zurzeit wird die Promotionsverordnung der Sekundarschulen überarbeitet. Wie sich zeigt, liegt ein Problem darin, dass viele Schüler/-innen die erste und zweite Sekundarklasse im Leistungsniveau P bestehen, im Abschlussjahr dann aber die Bedingungen für den Wechsel ans Gymnasium trotz gleicher Leistung nicht schaffen. Wie weit sind diese Überarbeitungen fortgeschritten?

Ich habe eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche aktuell die verschiedenen vorgeschlagenen Anpassungen der Laufbahnverordnung prüft. Diese Arbeiten sind intensiv und aufwändig, da die Vorstellungen der unterschiedlichen Akteure und Stufen teilweise weit auseinanderliegen. Es ist wichtig, dass eine saubere Auslegeordnung gemacht wird und die Auswirkungen aller möglichen Veränderungen sauber durchdacht werden. Am Ende soll sich eine qualitative Verbesserung ergeben – ein Schnellschuss ist also nicht angebracht.

Bessere Unterstützung der PH-Abgänger

Ein zurzeit akutes gesamtschweizerisches Problem ist der Lehrpersonenmangel. Neben der Zunahme der Anzahl Klassen, die gebildet werden müssen, spielt auch die Attraktivität des Lehrerberufs eine wichtige Rolle. Gedenken Sie diese zu erhöhen und wenn ja, in welcher Form?

Derzeit prüft eine von mir eingesetzte Arbeitsgruppe aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen eine Vielzahl von kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen. Das Spektrum erstreckt sich von Kommunikationsmassnahmen über die verbesserte Unterstützung von Studienabgängern der PH beim Einstieg in den Lehrberuf bis hin zu Anpassungen bei den Anstellungsbedingungen.

Was sind im Bereich Schulen die nächsten Projekte, die Sie realisieren möchten?

Für mich ist die Unterrichtsqualität ein zentraler Punkt. Darauf möchte ich künftig das Augenmerk legen. Das angelaufene Projekt «Zukunft Volksschule» setzt genau dort an. Dazu gilt es wie bereits erwähnt, die Laufbahnverordnung zu überarbeiten.

Nach fast zwei Amtsperioden Regierungsarbeit mit wenigen Tiefen und vielen Höhen bin ich so motiviert wie am ersten Tag.

Bei den kommenden Neuwahlen des Regierungsrates treten Sie erneut an. Sie haben insgesamt eine bemerkenswert gute Arbeit geleistet. Wir sagen das, obwohl ihre Position mit derjenigen der SSbB zwar bei vielen, nicht aber bei allen Themen übereinstimmen. Wenn Sie wiedergewählt werden, möchten Sie die BKSD behalten oder streben Sie einen Wechsel an?

Nach fast zwei Amtsperioden Regierungsarbeit mit wenigen Tiefen und vielen Höhen bin ich so motiviert wie am ersten Tag. Ich will mich weiterhin als Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion für ein lebenswertes und attraktives Baselbiet einsetzen und auf den wertvollen Erfahrungen aufbauen, die ich bei der Planung, Erarbeitung und Umsetzung aller bisherigen Projekte gesammelt habe.

Im vergangenen Jahr wurde die SSbB 10 Jahre alt. Was wünschen Sie sich von der SSbB in den kommenden 10 Jahren?

Ich wünsche mir, dass der weitere Austausch konstruktiv, fair und vor allem sachbezogen stattfindet.

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Mehrheit beurteilt den Aufwand für Frühfranzösisch als wenig sinnvoll https://condorcet.ch/2022/10/mehrheit-beurteilt-den-aufwand-fuer-fruehfranzoesisch-als-wenig-sinnvoll/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=mehrheit-beurteilt-den-aufwand-fuer-fruehfranzoesisch-als-wenig-sinnvoll https://condorcet.ch/2022/10/mehrheit-beurteilt-den-aufwand-fuer-fruehfranzoesisch-als-wenig-sinnvoll/#respond Mon, 03 Oct 2022 12:49:16 +0000 https://condorcet.ch/?p=11783

Seit rund 10 Jahren lernen die Primarschüler/-innen der beiden Basler Halbkantone zwei Fremdsprachen, die mit insgesamt 14 Jahreslektionen viel Zeit in Anspruch nehmen und einen Abbau der Anzahl Lektionen in anderen Fächern zur Folge hatte. Verschiedene Studien und Umfragen zeigen, dass ein früher Lernstart bei Fremdsprachen keine relevanten Vorteile bringt. Die Resultate der soeben durchgeführte Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB) betreffend den Fremdsprachenunterricht an den Primarschulen sind vernichtend: Eine grosse Mehrheit sieht Handlungsbedarf.

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Alina Isler, Vorstand Starke Schule beider Basel

Seit einiger Zeit stellt sich die Frage, ob das Fremdsprachenkonzept auf der Primarstufe grundsätzlich überarbeitet und zugunsten anderer Fächer nur eine Fremdsprache unterrichtet werden soll. Die zweite Fremdsprache würde dann erst an der Sekundarschule gelernt werden. Die SSbB hat aus diesem Grund eine breit angelegte Umfrage durchgeführt und grösstenteils Lehrpersonen, aber auch Eltern von schulpflichtigen Kindern sowie Bildungsinteressierte zum Thema befragt. An der Umfrage haben 548 Personen aus den beiden Basler Halbkantonen teilgenommen.

Französischunterricht: Viel Aufwand für wenig Ertrag

Die Primarschüler/-innen erhalten heute von der 3.-6. Primar insgesamt 10 Jahreslektionen Französisch. 72.1% der Befragten geben an, dass dieser Aufwand nicht oder eher nicht gerechtfertigt ist, wenn die von den Schüler/-innen am Ende der Primarschulzeit erreichten Fähigkeiten im Fach Französisch sowie der Abbau von Lektionen in anderen Fächern berücksichtigt wird. 23.8% empfinden diesen Aufwand als gerechtfertigt oder eher gerechtfertigt und 4.2% enthielten sich (siehe Grafik 1).

 

Fremdsprachenkonzept der Primarstufe soll überarbeitet werden

In der Umfrage wurden die Teilnehmenden auch gefragt, ob das Fremdsprachenkonzept der Primarstufe überarbeitet werden soll. Hier fallen die Antworten sogar noch deutlicher aus. Ganze 82.4% sprechen sich für eine Überarbeitung aus und nur 9.6% sehen dies nicht als notwendig. 7.9% antworteten mit «weiss nicht» (siehe Grafik 2).

 

Eine Forderung, die in letzter Zeit auf bildungspolitischer Ebene immer wieder diskutiert wurde, ist nicht nur die Reduktion auf eine Fremdsprache, sondern die Abschaffung des Fachs Französisch auf der Primarstufe. Stattdessen sollen die freiwerdenden Lektionen in andere Fächer investiert werden (z.B. in Deutsch, Mathematik oder in kreative Fächer). Von den Befragten stufen 63.4% diese Forderung als sinnvoll oder eher sinnvoll ein. 32.8% finden dies nicht oder eher nicht sinnvoll und 3.8% können dies nicht einschätzen (siehe Grafik 3).

Interessant sind die Umfrageresultate der Lehrpersonen getrennt nach den Schulstufen Primar, Sek. 1 und Sek. 2. Auf allen drei Stufen findet jeweils eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen die Forderung, auf Frühfranzösisch an den Primarschulen zu verzichten, sinnvoll. Während die Forderung auf der Primarstufe von 58.6% befürwortet und von 37.6% abgelehnt wird bei 3.8% Enthaltungen, ist die Zustimmung auf den Sekundarstufen signifikant höher. Auf der Stufe Sek. 1 stimmen 74.3% zu und 22.9% lehnen sie ab bei 2.8% Enthaltungen. Auf der Stufe Sek. 2 stimmen 61.2% zu, 32.9% sind dagegen und 5.9% haben sich enthalten.

Auf Französisch sollte verzichtet und die freiwerdenden Lektionen in andere Fächer investiert werden.

Die Mehrheit der Lehrpersonen sieht Handlungsbedarf

368 Lehrpersonen nutzten in der Umfrage die Möglichkeit, detailliert und argumentativ Stellung zu beziehen. Die offen formulierten Antworten sprechen Bände: Viele Schüler/-innen sind neben dem Lernen der deutschen Sprache mit zwei weiteren Fremdsprachen überfordert. Für viele sei es frustrierend, wenn sie auch am Ende der Primarschulzeit praktisch keinen Satz sprechen können. Der Fokus sollte auf der Primarstufe deshalb mehr auf der Qualität statt auf der Quantität liegen. Auf Französisch sollte verzichtet und die freiwerdenden Lektionen in andere Fächer investiert werden. Dies würde den Primarschüler/-innen in der schulischen Entwicklung deutlich mehr helfen.

Dies zeigte bereits die Studie der Schweizer Linguistin Simone Pfenninger der Universität Zürich (2014). Der frühe Fremdsprachunterricht würde keinen nachhaltigen bzw. besseren Fremdsprachenerwerb erzielen. Bereits nach wenigen Monaten haben die Lernenden, die fünf Jahre später mit dem Fremdsprachenunterricht einstiegen, die Frühlernenden eingeholt und teilweise sogar überholt – dies in den verschiedensten Sprachbereichen. Das Argument «je früher, desto besser» wird damit widerlegt. Zu beachten ist, dass die Studie Zürcher Schüler/-innen betrifft und diese Kinder nicht mit Passepartout-Lehrmittel unterrichtet wurden.

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Umgang mit sensiblen Daten wird im Landrat behandelt https://condorcet.ch/2022/09/umgang-mit-sensiblen-daten-wird-im-landrat-behandelt/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=umgang-mit-sensiblen-daten-wird-im-landrat-behandelt https://condorcet.ch/2022/09/umgang-mit-sensiblen-daten-wird-im-landrat-behandelt/#respond Sun, 04 Sep 2022 15:19:09 +0000 https://condorcet.ch/?p=11405

Nach dem Versenden eines Massenmails eines Schulleitungsmitgliedes der Sekundarschule Aesch mit sensiblen Daten von Schüler/-innen an alle Lehrpersonen hagelte heftige Kritik aus Elternkreisen, die daraufhin diverse brisante Unterlagen der Starken Schule beider Basel (SSbB) zuspielten, welche den Fall publik machte. Sowohl der Datenschutzbeauftrage als auch die Bildungsdirektion reagierten rasch. Die Schulleitung hingegen ging auf Tauchstation und ignorierte sämtliche Anfragen der Medien und der SSbB. Nun wird sich auch das Baselbieter Parlament mit dem Fall beschäftigen. Im Landrat ist der folgende Vorstoss eingereicht worden. Condorcet-Autorin Alina Isler berichtet.

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Alina Isler, Vorstand Starke Schule beider Basel: Die ermittelten Daten unterstehen einer besonderen Vertraulichkeit.

«Der Schulpsychologische Dienst (SPD) und die Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland (KJP BL) leisten eine wichtige Arbeit zur Unterstützung von Schüler/-innen, welche eine «Spezielle Förderung» benötigen. Die Arbeit beinhaltet u.a. auch das Erstellen von testpsychologischen Berichten mit Ergebnissen und Empfehlungen. Die ermittelten Daten unterstehen einer besonderen Vertraulichkeit. Insbesondere dürfen solche Daten nur Lehrpersonen erhalten, welche diese zur Erfüllung des Berufsauftrages benötigen. Bereits mehrfach ist eine Sekundarschule im Umgang mit sensiblen Daten von Schüler/-innen aufgefallen:

Im Juni 2022 publizierte diese Sekundarschule im Internet einen virtuellen Rundgang durch das Schulhaus. Zu sehen waren auf den hochaufgelösten Bildern beispielsweise Fotos von Schulkindern mit Adressen und Telefonnummern oder Listen mit Namen von Lernenden, die noch keine Lehrstelle gefunden haben. Nach der Intervention des Datenschutzbeauftragten sowie des Amts für Volksschulen (AVS) entfernte die Schulleitung den virtuellen Rundgang wieder aus dem Netz.

Solche Daten müssten eine besondere Vertraulichkeit geniessen.

Nur wenige Tage nach diesem Vorkommnis verschickte ein Schulleitungsmitglied ein Massenmail an alle Lehrpersonen mit einer Liste mit 67 Schüler/-innen, welche in diesem Schuljahr eine «Spezielle Förderung» erhalten. Im Anhang verschickte die Schulleitung rund zwei Dutzend Berichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland (KJP BL) mit Ergebnissen und Empfehlungen an rund 100 Personen. In den Berichten wird unter Nennung des Namens des Kindes erwähnt, wenn beispielsweise eine «Rechenschwäche», «Lese- & Rechtschreibstörung», «hirnorganische Unreife», «Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS)» vorliegt. Solche Daten müssten eine besondere Vertraulichkeit geniessen. Die Schulleitung darf nicht davon ausgehen, dass Daten dieser Art nicht an die Öffentlichkeit gelangen respektive Massenmails mit heiklen Informationen geheim bleiben.

Ich bitte die Regierung um Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Welche Möglichkeiten sieht die Bildungsdirektion, um einen derartigen Umgang mit sensiblen Daten künftig zu vermeiden?
  2. Mit welchen Konsequenzen muss eine Schulleitung in Bezug auf Vorfälle, wie oben beschrieben, rechnen?
  3. Handelt sich beim vorgenannten Massenmail um einen Einzelfall?
  4. Sind seitens Sekundarschulleitungen weitere Datenübermittlungen solcher Art bekannt?» (Quelle: Interpellation 2022/483)

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Bildet die FHNW Schulleiter/-innen mangelhaft aus? https://condorcet.ch/2021/11/bildet-die-fhnw-schulleiter-innen-mangelhaft-aus/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bildet-die-fhnw-schulleiter-innen-mangelhaft-aus https://condorcet.ch/2021/11/bildet-die-fhnw-schulleiter-innen-mangelhaft-aus/#comments Sat, 20 Nov 2021 11:24:47 +0000 https://condorcet.ch/?p=9835

Schulleiter/-in zu werden ist einfach, den Job qualitativ gut auszuführen hingegen schwer. BaZ und bz haben in den vergangenen Wochen mehrfach über Streitigkeiten, Mobbing und aufsichtsrechtliche Anzeigen berichtet. Kritisiert werden meist Mitglieder der Schulleitungen. Der Vorwurf ist happig und reicht von fachlicher und organisatorischer Überforderung bis zu charakterlichen Mängeln. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Ausbildung zum Schulleiter an der FHNW ausreichend ist.

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Aliana Isler,Condorcet-Autorin und Mitglied der Starken Schule beider Basel: Dem Schulleiter fehlten offensichtlich genau diese elementaren rechtlichen Kenntnisse.

In den Schlagzeilen waren in den letzten Wochen die Schulleitungen der Sekundarschulen von Reinach aufgrund der Kleidervorschriften sowie ein Schulleitungsmitglied der Sekundarschule Oberwil. Der Rechtsdienst des Lehrervereins Baselland (LVB) wirft dem in der Zwischenzeit zurückgetretenen Schulleiter Unfähigkeit vor sowie Handlungen, welche keinerlei rechtliche Grundlagen hatten. Die Folgen waren mehrere aufsichtsrechtliche Anzeigen des LVB. Auch die Starke Schule beider Basel (SSbB) reagierte aufgrund illegaler Kleidervorschriften an der Sekundarschule Reinach und reichte eine entsprechende aufsichtsrechtliche Anzeige ein.

Schulleitungsausbildung an der FHNW

Die heutige Ausbildung zum Schulleiter resp. zur Schulleiterin basiert auf einem rund 2-jährigen CAS Schulleitungskurs, welcher an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) angeboten und von der eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) anerkannt wird. Konkret müssen angehende Schulleiter/-innen in fünf Blockwochen, einzelnen Beratungslektionen und Kolloquien sowie zahlreichen Stunden im Selbststudium in den zentralen Bereichen Personalführung, Qualitätsmanagement, Schulentwicklung, Schulrecht und Organisation sowie Finanzen und Controlling ausgebildet werden. Die Zusatzausbildung wird mit 15 ECTS-Punkten dotiert, was einem Arbeitsaufwand von rund 450 Stunden entspricht.

Es besteht die Gefahr fachlicher Überforderung in den Bereichen Personal- und Verwaltungsrecht, was nicht zuletzt auf eine vermutlich mangelhafte Ausbildung des CAS «Schulleitung» zu schliessen ist.

Es stellt sich nun die Frage, ob das CAS «Schulleitung» der FHNW die Schulleiter/-innen angemessen auf ihre herausfordernde Funktion vorbereitet. In den letzten Jahren sind die Aufgaben einer Schulleitung deutlich anspruchsvoller, vielseitiger und auch belastender geworden. Insbesondere die rechtlichen Grundlagen und Verantwortungen sind nicht zu unterschätzen. Beim aktuellen Fall an der Sekundarschule Oberwil zeigt sich ein dazu passendes Bild: Dem ehemaligen Schulleiter, gegen den mehrere aufsichtsrechtliche Anzeigen eingereicht wurden, fehlten offensichtlich genau diese elementaren rechtlichen Kenntnisse.

Belastung der Schulleiter/-innen ist enorm

Das Problem ist, dass es an qualitativ guten und motivierten Lehrpersonen fehlt, die sich zu einem Schulleitungsmitglied ausbilden lassen wollen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Einerseits stellt die Schulleitungsfunktion eine starke Belastung dar, weil oftmals deutlich zu wenig Ressourcen vorhanden sind. Andererseits besteht die Gefahr von fachlicher Überforderung in den Bereichen Personal- und Verwaltungsrecht, was nicht zuletzt auf eine vermutlich mangelhafte Ausbildung des CAS «Schulleitung» zu schliessen ist.

Ziel der Attraktivitätssteigerung muss es sein, dass deutlich mehr Personen Schulleiter/-innen werden möchten, damit die Schulbehörden bei Neuanstellungen auch eine echte Auswahl haben.

Attraktivität des Schulleitungsjobs muss verbessert werden

Die SSbB fordert, dass Schulleitungsstellen attraktiver gestaltet und mögliche Belastungen sinnvoll abgefangen werden müssen. Auch sollte die Schulleitungsausbildung professionell evaluiert werden und gegebene Mängel respektive Lücken des CAS behoben und geschlossen werden. Ziel der Attraktivitätssteigerung muss es sein, dass deutlich mehr Personen Schulleiter/-innen werden möchten, damit die Schulbehörden bei Neuanstellungen auch eine echte Auswahl haben.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel

 

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Sekundarschule Reinach missachtet verfassungsrechtliches Grundrecht https://condorcet.ch/2021/10/sekundarschule-reinach-missachtet-verfassungsrechtliches-grundrecht/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=sekundarschule-reinach-missachtet-verfassungsrechtliches-grundrecht https://condorcet.ch/2021/10/sekundarschule-reinach-missachtet-verfassungsrechtliches-grundrecht/#respond Thu, 28 Oct 2021 10:09:22 +0000 https://condorcet.ch/?p=9657

Immer wieder versuchen Schulen, scheinbar unangemessenes Verhalten, anstössige Kleidungen oder Konsumgewohnheiten mit Verboten und Regulierungen zu kontrollieren. Der letzte Vorstoss waren die Kleidervorschriften im Kanton Baselland, die nun gerichtlich gestoppt wurden. Alina Isler fordert die Respektierung der Grundrechte und plädiert für das persönliche Gespräch.

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Alina Isler, Condorcet-Autorin und Mitglied der Starken Schule beider Basel: Kleidervorschriften an den Schulen greifen in das Grundrecht der persönlichen Freiheit ein.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der rechtlichen Situation hat das Amt für Volksschulen (AVS) erfreulicherweise rasch reagiert und sämtliche Schulen darüber informiert, dass Kleidervorschriften an den Primar- und Sekundarschulen nicht legitim sind. Erlaubt sind hingegen Verbote von Kleidung mit sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Aufdrucken sowie wenn die Gesundheit gefährdet ist. In diesem Schreiben werden die Schulen aufgefordert, die jeweiligen Hausordnungen respektive Schulhausregelungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.

Diverse Schulen des Kantons Basel-Landschaft sind der Bitte des AVS unverzüglich nachgekommen und setzen die Neuerungen um. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, wie ein Beispiel der Sekundarschule Reinach zeigt. Vergangenen Freitagnachmittag hat ein Biologielehrer (Name der Redaktion bekannt), trotz Weisungen des AVS, eine Schülerin in Jogginghosen nach Hause geschickt und aufgefordert, die Kleidung zu wechseln. Dies mit der Begründung, dass die Kleiderordnung der Schule weiterhin Gültigkeit habe.

Die besagte Lehrperson hat unterdessen eine weitere Schülerin aufgrund des Tragens von Trainerhosen nach Hause geschickt. Brisant: Ihre Kleidung musste sie während einer Pojektprüfung wechseln, mit der Konsequenz, dass sie weniger Zeit für die Projektarbeit zur Verfügung hatte. Der Schülerin reichte nach dem Umziehen die verbleibende Zeit nicht mehr aus, um die Arbeit fertig zu schreiben, was sich selbstredend auf ihre Note auswirkt. Folglich war die Strafe für das vermeintliche Missachten einer verfassungswidrigen Kleiderordnung eine schlechtere Note.

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) fordert die Schulen auf, das verfassungsrechtlich verankerte Grundrecht zu akzeptieren und keine illegalen Kleidervorschriften durchzusetzen.

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) fordert die Schulen auf, das verfassungsrechtlich verankerte Grundrecht zu akzeptieren und keine illegalen Kleidervorschriften durchzusetzen. Die Lehrpersonen müssen die sich ändernden gesellschaftlichen Normen akzeptieren. Das Tragen von Jogginghosen, Trägershirts, bauchfreien T-Shirts sowie löchrigen Jeans gehören bei den Jugendlichen zum Alltag. Zudem führt ein aufklärendes Gespräch bezüglich Wirkung von Kleidung vermutlich zu mehr als das Verbieten von einzelnen Kleidungsstücken.

Alina Isler

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Passepartout im Kanton Baselland: Der angekündigte Absturz https://condorcet.ch/2021/03/passepartout-im-kanton-baselland-der-angekuendigte-absturz/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=passepartout-im-kanton-baselland-der-angekuendigte-absturz https://condorcet.ch/2021/03/passepartout-im-kanton-baselland-der-angekuendigte-absturz/#respond Fri, 19 Mar 2021 12:14:53 +0000 https://condorcet.ch/?p=8060

Die neu eingeführte «geleitete Lehrmittelfreiheit» zeigt Wirkung: Die Mehrheit der Französisch- und Englischlehrpersonen haben die Passepartout-Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» bereits im ersten Jahr nach Einführung der Lehrmittelfreiheit ersetzt. Lesen Sie dazu einen Bericht von Condorcet-Autorin Alina Isler (Starke Schule beider Basel).

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Alina Isler, Starke Schule Baselland: Schneller als erwartet!

Die Zahlen, welche die Bildungsdirektion im Rahmen einer von Landrätin Regina Werthmüller eingereichten Interpellation soeben publizierte, überraschen in ihrer Deutlichkeit: Gemäss den Lehrmittelbestellungen für die neuen ersten Sekundarklassen arbeiten von 3’726 Schüler/-innen (1. Sek.) 2’570 mit den neuen Englisch Lehrmitteln (69.0%). Zur Auswahl stehen seit dem Schuljahr 2020/21 «Beyond», «English Plus», «English in Mind», «Solutions» und «Think». Lediglich 1’156 Schüler/-innen (31.0%) arbeiten weiterhin mit dem Passepartout-Lehrmittel «New World».

Vernichtend ist das Ergebnis für das Passepartout-Lehrmittel «Clin d’oeil»

Für lediglich 214 von 3’211 Schüler/-innen (6.7%) wurde das Passepartout-Lehrmittel «Clin d’oeil» eingekauft. 2’997 Schüler/-innen (93.3%) erhielten eines der neuen Lehrmittel «A toi», «Tous ensemble» und «Dis donc!», welche den Sekundarlehrpersonen seit diesem Schuljahr zur Verfügung stehen.

 

Ab dem kommeden Schuljahr wird auch für die 3. Klasse mit «Ҫa roule» ein gutes Lehrmittel als Alternative zu «Mille feuilles» zur Verfügung stehen.

Das neue Lehrmittel steht ab kommenden Frühjahr zur Verfügung.

Auch auf der Primarstufe haben gemäss den Lehrmittelbestellungen zahlreiche Lehrpersonen auf die neuen Lehrmittel gewechselt. Von 3’395 Schüler/-innen (5. Klasse) arbeiten 1’087 (32.0%) mit «Ҫa bouge» oder «Dis Donc!», 2’308 Schüler/-innen (68.0%) arbeiten mit «Mille feuilles» weiter. Der Grund für den relativ hohen Anteil ist offensichtlich: Viele Lehrpersonen, die in den ersten beiden Jahren des Französischunterrichtes (3. und 4. Klasse)  mangels Alternative zwingend mit «Mille feuilles» arbeiten mussten, haben auf einen Wechsel verzichtet, damit die Schüler/-innen nicht von der Passepartout-Unterrichtsideologie auf eine andere Unterrichtsmethode umstellen mussten. Dies wird sich gemäss den Rückmeldungen rasch ändern, wenn ab dem kommeden Schuljahr auch für die 3. Klasse mit «Ҫa roule» ein gutes Lehrmittel als Alternative zu «Mille feuilles» zur Verfügung steht.

 

Gemäss den bestellten Lehrmitteln für das Fach Englisch (5. Klasse) arbeiten von 3’343 Schüler/-innen 526 Schüler/-innen (15.7%) mit einem der beiden neuen Lehrmittel «More» oder «English Plus». 2’817 Schulkinder (84.3%) der 5. Primarklassen werden weiterhin mit  «New World» unterrichtet.

Wechsel hin zu praxistauglichen Lehrmitteln wird schneller als erwartet vollzogen

Die von der Starken Schule beider Basel prognostizierte Rückkehr der Lehrpersonen hin zu praxistauglichen Lehrmitteln mit klarer Struktur und ausreichend Grammatik- und Übungsmaterial hat sich schneller vollzogen als erwartet. Es ist erfreulich, dass die Lehrpersonen nach einer jahrelangen indoktrinierten Passepartout-Odyssee ihren Fremdsprachenunterricht wieder nach international anerkannten didaktischen Prinzipien durchführen können.

Alina Isler

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