24. Juli 2019

Soeben hereingekommen: Rektorin der Sek 1 March von Buttikon nimmt den Hut

Der Condorcet-Blog hat bereits darüber berichtet. Nach 15 Kündigungen (ein Drittel der Lehrkräfte) und einer Elterndemonstration hat die Schulleiterin Brit Kresnicka die Sek1 March im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Die Redaktion veröffentlicht hier einen Bericht des Hoefner Volksblatt.

Hoefner Volksblatt

Da dürften wohl einige Eltern aufatmen. Der Gordische Knoten an der Sek 1 March in Buttikon scheint  zerschlagen. Am letzten Schultag – am Freitag – formierte sich eine Elterngruppe von rund einem Dutzend Personen so quasi zu einer «Eltern-Demo». Sie forderten Klarheit zur Frage der Schulleitung, zu den Stundenplänen und zur Klassenzuteilung. Vorangegangen sind während  mehrerer  Monate  Wirren  und «sehr grosse Schwierigkeiten», wie der Märchler Bezirksammann Joe Koller selber sagte. 15 Lehrpersonen – mehr als ein Drittel des Lehrkörpers – haben die Schule verlassen, teils durch Kündigung, teils auch durch vorzeitige Pensionierungen.

Parallel dazu kündigte die Bezirksschulleitung das Projekt Vision 2025 an, welches die Einführung von Lernlandschaften und sogenannten Lerncoaches vorsieht. Es wurde von einem Klima der Angst gesprochen, und immer wieder ins Schussfeld geriet Rektorin Brit Kresnicka.

«Seit Mitte Mai hingehalten»

Kritik wurde aber auch an der Bezirksschulleitung mit Präsident Michael Widrig  und  Gesamtschulleiter Fredy Tischhauser laut. «Wir werden seit dem 16. Mai hingehalten», tönte es an der Demo vom Freitag von Elternseite. Tischhauser und Bezirksammann Koller stellten sich danach aber den Eltern. Koller entschuldigte sich in aller Form  bei den Eltern und  verkündete, dass «wir am Freitagmorgen die Leine gezogen haben. Wir haben uns in gegenseitigem Einvernehmen von der Rektorin getrennt». Man werde nun schnellstmöglich eine neue Schulleitungsperson suchen, zwischenzeitlich nehmen Gesamtschulleiter Tischhauer und Patrick Götschl die Aufgaben wahr.

Flyer des Initiativkomitees Schwyz gegen den Lehrplan 21. Der Widerstand scheint sich zu lohnen!

Alle Klassen  haben eine Klassenlehrperson

Schliesslich konnte auch auf der Personalseite weitgehend Entwarnung gegeben werden: Tischhauser führte aus, dass am Donnerstagmorgen die letzte vakante Stelle habe besetzt werden können. Somit haben im neuen Schuljahr alle Klassen der Sek 1 March in Buttikon eine Lehrperson. Einzig bei den Semesterkursen hätten aus personellen Gründen Kurse aufs zweite Semester des kommenden Schuljahres verlegt werden müssen.

Regelmässige Treffen mit Eltern

Im konstruktiven Gespräch waren sich die Bezirksschulleitung und die Eltern einig, dass nun zu einem Neuanfang gestartet werden könne. Bezirksammann Koller und Gesamtschulleiter Tischhauser stellten auch in Aussicht, in Zukunft regelmässige Treffen mit Elternvertretern in Erwägung zu ziehen und vermehrt auch den Puls der Lehrerschaft an der MPS in Buttikon zu fühlen.

Quelle: Hoefner Volksblatt, Autor: Stefan Grüter, 8. Juli 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Interessanterweise steht nichts davon in der Zeitung, wie es mit dem angekündigten Projekt Vision 2025 weiter geht, welches die Einführung von Lernlandschaften und sogenannten Lerncoaches vorsieht. Das war ja offensichtlich der Stein des Anstosses, weshalb die Lehrer gegangen sind. Die Beschwichtigung an die Eltern, “dass nun zu einem Neuanfang gestartet werden könne” lässt eher darauf schliessen, dass das Projekt 2025 trotzdem durchgezogen werden soll, nachdem man der Rektorin den Schwarzen Peter zugeschoben hat? Condercet wird sicher weiter über den Fall berichten?

    1. Sehr geehrter Herr Aebersold,
      Es ist richtig, viele Fakten wurden in diesem Fall (noch) nicht öffentlich gemacht – leider.
      Da ist zum Einen der Fakt, dass die Schulleiterin trotz sehr schlechter Bewertungen seitens vorheriger Arbeitgeber (Winterthur & Deutschland) lange von Politik und Rektorat gedeckt wurde. Die offensichtliche Führungsschwäche (auf allen Ebenen) führte dazu, dass diese grosse Anzahl an erfahrenen Lehrpersonen sich entschieden hat diese Schule zu verlassen.
      Sowohl auf kantonaler wie auch Beziksebene wurde die Sache lange Zeit nicht ernst genommen!
      Nimmt man am Beispiel des Bezirk March die 3 Schulen welche alle über einen Schulleiter verfügen, diese 3 SL von einem Rektorat geführt werden welches dem Schulpräsidenten untersteht der es vorzieht nicht selber mit den Verantwortlichen und Betroffenen den Dialog zu suchen … und ein Kantonsrat als oberstes Organ welches sich gerne aus der Verantwortung zieht und ebenfalls nicht persönlich eingreift … das sollte doch Fragen aufwerfen!
      Weshalb finanziert der Steuerzahler derart viele Stellen – wo letztendlich trotzdem niemand verantwortlich sein will?
      Hier ist weiterer Handlungsbedarf auf polititscher Ebene angesagt!
      Dabei gerät das Problem um die Vision 2025 leider etwas in den Hintergrund. JA wir alle (Eltern) sind besorgt und fühlen uns zuwenig informiert was mit den Schülern passiert! Werden diese im Rahmen dieser Vision zu Versuchskaninchen?
      Wir erwarten zu Beginn des Schuljahres eine weitere Informationsveranstaltung (mind. die neuen Schüler bzw. Eltern werde dazu eingeladen (so war es in der Vergangenheit)). Dabei werden mit Sicherheit genügend kritische Fragen an die Verantwortlichen vor Ort gerichtet werden.
      Primär ist wichtig, dass das Problem “Schulleitung” entschärft werden konnte und die Lehrer hoffentlich entspannt ins neue Schuljahr starten können.
      Für uns Eltern geht es weiter in Runde 2 … und folgenden mit diversen Themen die an dieser Schule im Argen liegen.

      Danke, dass auch hier die Aktion Interesse gefunden hat und somit einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.

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