16. September 2019

Spielzeugfreier Kindergarten – Fördert er die Kreativität?

Die Kindergärtnerin und Bäuerin aus dem Kanton Luzern, Claudia Meier, geht in ihrem Text der Frage nach, ob der spielzeugfreie Kindergarten hält, was sich seine Promotoren versprechen.

Kürzlich beim Durchblättern der Tageszeitung stiess ich auf den Artikel «Ohne Spielzeug – weniger Sucht.» Spielzeugfreie Kindergärten werden sie genannt und als solche in verschiedenen Schweizer Kantonen praktiziert. Wie viele Kantone es sind, kann ich dem Text nicht entnehmen. Es entzieht sich auch meiner Kenntnis, ob es Schulen gibt, die ihn uns Kindergärtnerinnen nahelegen oder gar aufzwingen.

Meine eigene Erfahrung: Es findet keine sachliche Diskussion statt

In meiner bisherigen Berufstätigkeit kam ich darum herum, den spielzeugfreien Kindergarten durchzuführen. Auch unsere vier Kinder machten nie Bekanntschaft mit ihm. An einem meiner Arbeitsorte gab es ihn, alljährlich und auf freiwilliger Basis. Aus Überzeugung, wie einige Kolleginnen sagten. Dabei schwang ein eigentümlicher Unterton mit: «Du findest ihn doch auch gut, nicht?» «Nein, nicht unbedingt.» Diese Aussage machte mich fortan zu einer suspekten Person – zu einer Unberechenbaren, zu einer Reformkritischen, zu einer Nestbeschmutzerin. Es interessierte nicht, weshalb ich dem Kindergartenexperiment eher kritisch gegenüberstand. Die Kolleginnen schwiegen, einige vielleicht aus Furcht, selber unter den Verdacht der ‘Gefolgschaftsverweigerung’ zu geraten. Meine Vorgesetzen aus Schulleitung und Schulbehörde nahmen es nicht zum Anlass, zusammen mit uns an der Basis Tätigen, über mögliche Vor- und Nachteile des spielzeugfreien Kindergartens sachlich und offen zu diskutieren als eine Massnahme der schulischen Qualitätssicherung. Entgegen dem ausdrücklichen Versprechen der Schulleitung wurde mein befristetes Arbeitsverhältnis nicht in eine Festanstellung umgewandelt. Ohne ersichtlichen Grund musste ich meinen geliebten Arbeitsplatz räumen.

Einige unter Ihnen mögen sich nun fragen, was der spielzeugfreie Kindergarten ist und woher die Idee dazu stammt.

Ein Konzept der Achtzigerjahre

Das Konzept des spielzeugfreien Kindergartens geht zurück auf die Arbeit einer deutschen Studiengruppe der Achtzigerjahre. Sie kam zum Schluss, dass das Suchtverhalten Erwachsener häufig auf Ursachen in ihrer Kindheit zurückzuführen sei. Im Jahr 1993 wurde von der Aktion Jugendschutz München die Idee des spielzeugfreien Kindergartens ins Leben gerufen. Dies, weil die Initianten der Meinung waren, dass damalige Kinder mit einem Übermass an Spielsachen konfrontiert seien. Vor allen mit solchen, die nur wenig oder keinen Spielraum offen lassen für Kreativität und Eigeninitiative. Deshalb seien sie auch kaum mehr gefordert und geübt, aus sich heraus Spielideen zu entwickeln. Sie seien nicht mehr in der Lage, Pläne zu schmieden, die sie dann ausdauernd, mit allen anfallenden Problemen und in lebhafter Auseinandersetzung mit ihren Kameraden, umsetzen.

Reizarme Bedingungen, kein vorgefertigtes Material

Solche Prozesse seien auch mit Misserfolg und Rückschlägen verbunden und deshalb unentbehrlich für ein gesundes und stabiles Selbstverständnis. Das Ertragen von Enttäuschungen also, aber auch von Langeweile, hielten sie für ein elementares Lernfeld in der Kindheit. Das Bewältigen-müssen von Herausforderungen habe den günstigen Nebeneffekt, dass sich Kinder unter reizarmen Bedingungen, ohne vorgefertigtes Material und ohne sofortiges Beispringen der Erwachsenen, rascher und unkomplizierter zusammenschliessen – über ihre persönlichen wie auch über nationale Grenzen hinweg. Diese und weitere Erfahrungen, die vielen Kindern in der modernen westlichen Welt fehlten, würden suchthemmend wirken.

Auch in Österreich und der Schweiz stiess der Gedanke des spielzeugfreien Kindergartens rasch auf offene Ohren.

Erstmals 1994 wurde sein Konzept in Solothurn der Fachstelle für Suchtprävention und Gesundheitsförderung vorgestellt. Auch das zuständige Bundesamt hiess die Idee des spielzeugfreien Kindergartens gut. Umgehend leistete das BAG finanzielle und fachliche Unterstützung, damit das Projekt wenige Jahre später in verschiedenen Kantonen starten konnte.

Die Idee tönt fürs erste überzeugend

Der Kindergarten wird vorzugsweise während den Weihnachtsferien von der Kindergärtnerin nahezu leergeräumt. Alle vorgefertigten Spielsachen und Spielangebote verschwinden für 8 bis 12 Wochen. Selbst Farbstifte und Papier, Schere und Leim versorgt die Kindergärtnerin und gibt später eigentlich selbstverständliches Kindergartenmaterial für begrenzte Zeit nur denjenigen Kindern, die danach fragen. Zurück bleibt einerseits das Mobiliar, das während des Experiments als Spiel- und Turngeräte genutzt werden soll. Zum andern überlässt man den Kindern Material, das für verschiedene Zwecke umfunktioniert werden kann: Kisten, Schachteln, Bretter, Seile, Tücher und ähnliches.

Erste Fragezeichen

Eine anfänglich bestechende Idee erzeugt Beklemmung. Wenn die Kindergartenkinder nach den Ferien in ihren nun fast leeren Kindergarten zurückkehren, gelten grundlegend andere Sitten. Ab dann amtet ihre Kindergärtnerin nur noch als möglichst unbeteiligte Assistentin. Fortan hält sie sich vorwiegend im Hintergrund. Von dort aus, so geben es die kantonalen Richtlinien vor, beobachtet sie mehrheitlich das Geschehen nur noch aus Distanz und bleibt, wenn immer möglich, passiv. Denn im spielzeugfreien Kindergarten gehört das Feld den Kindern. Sie haben nun das Sagen. Für grosse Teile des Kindergartenalltags bestehen keine vorgegebenen Zeiten und Strukturen mehr. Ob sich die Kinder drinnen oder draussen aufhalten, ist ihnen selbst überlassen. Ob sie ratlos oder gelangweilt warten, bis etwas passiert oder unentwegt herumrennen und an Regalen und Fenstern emporklettern, entscheiden sie. Ob sie bereits zu Kindergartenbeginn ihr Znüni essen, erst kurz vor der Mittagspause oder gar nicht, bestimmt jedes Kind für sich allein. Zu Beginn des Experiments muss die Kindergärtnerin ihre Zöglinge noch dahingehend ‘instruieren’, dass sie ihre Probleme, Meinungs-verschiedenheiten und Streitigkeiten ab nun vorwiegend selber lösen sollen. Bei Besuchen in spielzeugfreien Kindergärten habe ich miterlebt, wie Kinder angehalten wurden, nur im äussersten Notfall an die Kindergärtnerin zu gelangen. Ich war dabei, als Kindergärtnerinnen ihren ratsuchenden Kindergartenkindern demonstrativ den Rücken zuwandten. Dies, wie sie mir später erklärten, hätten sie in den Einführungskursen so gelernt mit der eindeutigen Botschaft ans Kind: «Was du mir sagen oder um was du mich bitten möchtest, geht mich nichts an. Schau selber, wie du damit zurechtkommst.»

Was ist der Preis? Welches die Nebenwirkungen?

Der Prozess der neuen Rollenverteilung oder genauer gesagt, der Rang- oder gar Hackordnung, kann sich über viele Tage, gar Wochen hinziehen, auch in Form eines unerbittlichen Kräftemessens. Der Preis, den manche Kinder dafür zahlen, kann hoch sein – weil sie ob der mangelnden Anteilnahme, dem Auf-sich-allein-gestellt-Sein, ähnlich einem Überlebenstraining oder zeitweise auch einem Überlebenskampf, in schwierige Gefühlslagen geraten könnten. Manche Kinder hocken in solch einer Geistes- und Gemütsverfassung unter Tischen und in Gebüschen, liegen auf Schränken, verstecken sich in Toiletten und auf Bäumen und warten ab, bis sie endlich nach Hause gehen können.

Für die interessierte Leserschaft ist es nützlich, einen Vergleich zu haben, was sich in heutigen Kindergärten zuträgt

Was das Spielangebot anbelangt finden sich in heutigen Kindergärten grob unterteilt zwei Gruppen. Die erste beinhaltet die strukturierten Spiele. Sie sind gedacht, um die Aufmerksamkeit des Kindes auf konkrete Aufgabestellungen zu richten. Je nachdem üben sie sich im logischen Denken, im Farb- und Formensinn, in ihrer Handmotorik, im räumlichen Vorstellungsvermögen, im Sinn für Zusammenhänge und Kombinationen, im Wissen um Mengen und Zahlen und anderem mehr. Nicht zuletzt trainieren sie während der Beschäftigung mit solchen Spielen ihre Konzentration, ihre Ausdauer und ihr Durchhaltevermögen. Kindergärtnerinnen bekommen dabei auf unkomplizierte Art Einblick, wo ein Kind eventuell einknickt und wo es Hilfe benötigt

In der zweiten Gruppe finden sich Spielangebote, die verschiedenste Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten zulassen. Gerade junge Kinder wollen sich nicht durchwegs festlegen auf eine einzige Art, Spielsachen und Materialien zu gebrauchen. So lassen Tücher aus einem Tisch eine Höhle werden. Einzelteile einer Kugelbahn können sehr einfach oder auch sehr komplex zu einer Konstruktion verbaut werden. In der Familienecke beschliessen die Kinder, verkleidet mit allerlei Requisiten einen Ausflug zu machen. Und schon werden die Stühle zu einer Zugkomposition umfunktioniert, alle steigen ein und bei einem Schluck Wasser geniessen sie die herrliche Bergwelt.

Kindergartenkindern ist es eigen, aus ihrer Fantasie heraus zu schöpfen, auszuprobieren, zu erfinden. Diese Kreativität wird von uns Kindergarten-Lehrpersonen nicht bloss mehr oder weniger teilnahmslos zur Kenntnis genommen, wie es im Konzept des spielzeugfreien Kindergartens vorgesehen ist. Nein, wir freuen uns daran und leben mit bei den Erfolgen, manchmal auch Misserfolgen der Kinder. Oft beziehen wir die ganze Klasse mit ein. Wo nötig und gewünscht, denken alle mit, wenn’s Probleme gibt.

Die Kindergärten werden an der Basis laufend reformiert

In Schweizer Kindergärten sorgen die Beteiligten dafür, dass die Unterrichtsinhalte, die Unterrichtsvermittlung wie auch die Unterrichtsqualität auf einem zeitgemässen Stand sind. Dazu gehören genaue Beobachtungen im gelebten Kindergartenalltag und das Eindenken und Einfühlen in die Bedürfnisse aber auch die Möglichkeiten der teils noch sehr jungen Kindergartenkinder. Es braucht Kreativität, auch unkonventionelle Lösungen für anstehende Herausforderungen zu finden. Es benötigt Fühlungnahme mit den Eltern, auch, um stimmige Alternativen auf den gesellschaftlichen Wandel für das Kind bereitzuhalten. Die Kindergartenarbeit wurde und wird vor allem an der Basis laufend sinnvoll reformiert. Die bereits qualitativ hochstehende Schweizer Kindergartenpädagogik differenzierte sich im Verlauf der Jahre noch mehr und entwickelte sich entsprechend kontinuierlich weiter. Unterschiedliche Unterrichtsformen kommen zur Anwendung, auch experimentelle. Etliche Kindergartenklassen gehen regelmässig für Stunden in den Wald. Mit Neugier wird die Natur und die Tierwelt erkundet. Besuche in Ausstellungen, bei Berufsleuten und an speziellen Anlässen gehören ebenfalls dazu.

Auch die je eigene Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes wird sorgfältig begleitet: Indem das Zusammengehörigkeitsgefühl im gelebten Schulalltag gestärkt wird, indem die Kinder miteinander befreundet werden, indem ungünstige Verhaltensweisen wie beispielsweise eine verstärkte Tendenz zu verbalen oder handfesten Streitereien in andere, neue Bahnen gelenkt werden und anderes mehr.

Im Kindergarten werden, wie auf jeder anderen Schulstufe auch, die theoretischen Grundlagen aus der Entwicklungspsychologie, der Pädagogik und der Fachdidaktik fortlaufend in die Arbeit miteinbezogen. Die Erkenntnisse aus der modernen Forschung fliessen mit ein, vorausgesetzt, sie überzeugen und halten den alltäglichen Herausforderungen stand. Beispielsweise die unlängst veröffentlichte Metastudie von John Hattie bekräftigt jede Lehrkraft darin, dass unmittelbar auf ein Kind zugeschnittenes, nach-vorne-gerichtetes und lösungsorientiertes Echo das Kind aufbaut und motiviert, Hürden zu überwinden und neue Lernschritte zu meistern. Damit wird eine gesunde Entwicklung eines Kindergarten- wie auch eines Schulkindes sehr zuverlässig gesichert.

Wo bleiben die wissenschaftlichen Erkenntnisse?

Was vor mehr als 30 Jahren in Deutschland beobachtet und wenige Jahre später in deutschen Kindertagesstätten erstmals umgesetzt wurde, war mit dem berechtigten Anliegen verbunden, die Kreativität und Eigeninitiative und damit auch die Persönlichkeit der Kinder zu stärken. Doch immer war es auch ein hypothetisches und nicht ganz ungefährliches Unterfangen – insbesondere, weil ihm jede Wissenschaftlichkeit fehlte. Was heute in verschiedenen Schweizer Kantonen während vieler Wochen praktiziert wird, nämlich die Verknüpfung des spielzeugfreien Kindergartens mit dem Prinzip der totalen Selbstorganisation und Selbstbestimmung, ist eine radikalisierte Form des ursprünglichen Ansinnens. Der mehrheitlich rigorose Entzug der Kinder vor menschlicher Anteilname und von üblicherweise sinn- und massvollem Kindergarten-Spielmaterial, ist mit keinem Schweizerischen Schulgesetz vereinbar. Heute dürfte es in der Schweiz keiner pädagogischen Einrichtung, ob Kindergarten, Hort oder ähnlichem, mehr gestattet sein, derart drastische Umerziehungs-Massnahmen durchzuführen. Schon gar nicht unter der Schirmherrschaft von amtlichen Dienststellen und Behörden, in öffentlichen Institutionen und finanziert mit öffentlichen Geldern. Zu sehr stellen sie einen unerlaubten und gefährlichen Eingriff in die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes dar. Zu selbstherrlich mischen sich die Akteure ein in die freie Lebensgestaltung einer jeden Familie.

 

Weshalb sollen Schulen von den Vorzügen einer vertrauenswürdigen Lehrperson und von der Qualität der bewährten proaktiven Schulführung abrücken? Wieso halten gewisse Kreise so beflissen fest an den längst widerlegten und überholten Laissez-faire-Methoden, die im Konzept des spielzeugfreien Kindergartens voll zum Tragen kommen?

 

Die Realität zeigt, dass die Kinder innerhalb der gängigen Kindergarten-Praktiken am besten auf die Herausforderungen der Schule und des Lebens vorbereitet werden.

Diese Aufgabe lässt sich nur aus der Position einer präsenten und emphatischen Lehrkraft bewerkstelligen. Nur so kann die Beziehung zum Kind entstehen, die Grundlage ist für sein Wohlergehen, sein Lernen und seine grösstmögliche Gesundheit. Eine mehrheitlich gelungene Kindheit braucht grosse Anteilnahme und Verlässlichkeit seitens der Erwachsenen. Deshalb müssen Kinder aber nicht permanent beschäftigt und unterhalten werden. Auch Langeweile gehört dazu. Vor allem aber gilt, jungen Menschen das Leben mit allen Facetten zuzutrauen und zuzumuten.

Claudia Meier-Preuschoff

Jg 1962, seit 23 Jahren als Kindergärtnerin tätig – in Zürich, Aargau und Luzern
Mutter von 4 jungen Erwachsenen
Bäuerin im Zweitberuf
im Co-Präsidium des Referendum-Komitees gegen HarmoS im Kt. LU
Mitinitiantin des Elternzusammenschluss ‚Eltern für eine gute Volksschule.ch‘

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1 Kommentar

  1. Manche pädagogische Idee sieht fürs erste verlockend aus. Dies gilt auch für das Wegstellen von Spielsachen während längerer Zeit. Wer hat nicht schon festgestellt, dass viele Kinder durch ein Zuviel an Spielzeug gar nicht mehr länger im kindlichen Spiel verweilen können? Das Neue hat für manche Kinder nur einen kurzen Reiz, dann braucht es schon den nächsten Input, damit die Aufmerksamkeit nicht völlig nachlässt. Man reibt sich die Augen, wenn man sieht, was für eine Ansammlung an Spielsachen in manchen Kinderzimmern vorhanden ist.

    Allzu oft glauben wohlmeinende Schulreformer, es sei nun Sache der Schule, kräftig Gegensteuer geben zu müssen. Didaktische Dogmen werden entwickelt, Lehrpersonen instruiert und Journalisten berichten von einer pädagogischen Wende im Kindergarten. Auch der Chor der trendigen Bildungspolitiker singt freudig das Lied von der gelungenen Schulreform. Ob das Ganze wirklich ein Erfolg ist, wird kaum genauer geprüft. Und erweist sich das Ganze als schiefes Konzept, herrscht meist Funkstille in den genannten Kreisen.

    Eine pädagogische Fehlentwicklung, wie sie Claudia Meier in ihrem eindrücklichen Beitrag geschildert hat, lässt sich eher vermeiden, wenn eine offene Diskussionskultur geschaffen wird. Es braucht endlich einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen Lehrpersonen und den Vertretern der Erziehungswissenschaften. Ich freue mich, dass mit dem Condorcet-Blog ein Forum geschaffen wurde, wo ohne Scheuklappen um kindergerechte Lösungen für Schule und Kindergarten gerungen werden kann.

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